Handball-Zeitung

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Warum gibt es keine Erstliga-Mannschaft bei uns?

Das Spiel Hüttenberg gegen Friesenheim nehme ich zum Anlass, diese Frage zu stellen.

Ich will nicht nostalgisch der Wallau/Massenheim-Story, den Panthern Frankfurt oder ganz früher Eintracht Wiesbaden und bei den Damen Schwarz-Weiß Wiesbaden nachtrauern, sondern mal zukunftsgewandt naiv sein, beispielhaft den Männer-Handball nehmen:

Da spielen gestern in Gießen der Wiesbadener Tobias Hahn#26, der Frankfurter Daniel Wernig#9 und der Mainzer Patrick Weber.

Bei Melsungen laufen der Eltviller Johannes Golla#8 und der Ex-Wallauer Michael Allendorf#22 auf.

In Stuttgart spielt der Wiesbadener Tobias Schimmelbauer, in Berlin der Frankfurter Steffen Fäth und der Rüsselsheimer Erik Schmidt.
Den Niederhofheimer Hendrik Schreiber kann man von der HSG Wetzlar zurückholen und die Dotzheimer Garde um Torjäger Felix Kossler aus Hochheim, Johannes Schuhmacher aus Wiesbaden, Maximilian Schubert aus Dotzheim plus Benedikt Seeger & Co sollte man nicht unterschätzen, und den Wallauer Petar Đorđić holt man sich dann auch noch aus Brest zurück.

Jetzt suche man sich noch einen guten Torwart und Trainer.
Zu Letzterem: Warum sollte man den hiesigen Jan-Olaf Immel, Steffen Weber, Carsten Bengs, Jörg Schulze, Michael Franz und/oder Konrad Bansa eine Erstliga-Eignung absprechen? Martin Schwalb ist auch frei. Tja und vielleicht wäre es auch was für den Mainzer Dirk Beuchler, derzeit Erstliga-Coach beim VfL Gummersbach.

Nachwuchsarbeit sehe ich mit vier Bundesliga-A-Jugendmannschaften (Wallau/Massenheim, Wiesbaden, Hanau und Budenheim) sowie der TSG Münster auch gelöst. Ergänzt um die Talentförderung Wiesbaden und die „Handball-Schulen“ Elly-Heuss (Wiesbaden), Carl-von-Weinberg (Frankfurt-Goldstein) und Eichendorff (Kelkheim-Münster).

So, und dann ein Sponsor: Die Nassauische Sparkasse finanziert die Erstliga Volleyballerinnen beim VC Wiesbaden, die Sparkasse Wetzlar den TV Hüttenberg (eine bemerkenswerte Konstellation) und in Frankfurt soll es angeblich die ein oder andere Großbank geben. Das Rhein-Main-Gebiet ist einer der finanzstärksten Wirtschaftsstandorte der Welt. Vielleicht könnten ja auch die Erstliga-Fußballer von Mainz 05 auch nicht nur Zweitliga-Frauen quersubventionieren oder Seckbach / Eintracht Frankfurt nimmt Geld in die Hand!?

Und dann gehen wir alle zu Topp-Spielen in die „Ballsporthalle Höchst“ und zu kleineren Events regional verteilt nach Rüsselsheim oder Kriftel. Die Eintracht hat sogar damals in der „Gud Stub“ am Elsässer Platz Erste Liga gespielt, ach so – ich wollte nicht nostalgisch werden.

Alois Braun und Bodo Ströhmann hatten auch mal einen Traum, der wahr wurde.

Ausnahmsweise sind für diese „Spinnerei“ von mir die Kommentare anonym zulässig.

Servus
Günni

Jeder, den ich nicht erwähnt habe, möge mir verzeihen.


   

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Es gibt 4 Kommentare zu diesem Artikel:

  • Michael Franz

    Lieber Günni, es ehrt mich natürlich, hier in der nicht abgeschlossenen, illustren Reihe von Trainern genannt zu sein – wobei es hier schon los geht: einer allein machte keinen Sinn, eine intelligente Kombination schon mehr – Spitzenhandball kann keiner mehr alleine gestalten. Und natürlich gab und gibt es hier immer wieder Talente. Talente gibt es überall, die Frage ist, wer sie in einem längerfristigen Prozess entwickeln kann, will und darf – denn immer stärker wirken hier die Eltern hinein; im Falle Golla allerdings zum Guten, weil mit Ahnung gesegnet… Woran es sicher auch nicht fehlt, ist das liebe Geld, es wird dies nur für andere Projekte und Spielereien ver(sch)wendet. Woran es fehlt, sind also visionäre Macher, idealerweise mit Handballverstand – also etwa die Idealkombination Ströhmann/Braun, wobei auch diese heute sicher an Grenzen stoßen würde. Auch die Eintracht hatte diese Kombi nicht wirklich – allein mit Procedo-Geld konnte eine hinreichend schlagkräftige Truppe gebastelt werden – eine konzeptionelle Förderkultur wie in Hüttenberg/Dutenhofen gibt es hier nicht. Es gibt auch keinen Dialog derer, die Deine Träume aufgreifen wollen – die WK/WT-Initaitive “ Handball in WI – quo vadis“ ist ja so ziemlich verpufft… Und wenn ich in eigener Sache etwas erwähnen darf: Ideen, Konzepte, Kompetenzen und durchaus erfolgreiche Erfahrungen, die andernorts gerne aufgegriffen werden, werden hier schlicht ignoriert (Hauptwort dazu: Ignoranz). Offenbar geht man lieber eitel unter als sich aufeinander zu zu bewegen… Lichtblick konkret: Die Kooperation Breckenheim/Wallau, wenn auch wohl aus der Not geboren, warum auch nicht? Hier kann etwas Gesundes wachsen, auch wenn die aktuellen A-Jugendlichen vielleicht nicht die nötige Geduld aufbringen und sich in alle Richtungen verstreuen sollten… „Konzentration der Kräfte“, das richtige Postulat von FPS, wäre angesagt – die Hoffnung …

    (Anmerkung: „…“ sind Gedankenpunkte [nichts gekürzt])

  • Wieland Berkholz

    Eine konzeptionelle Förderkultur wie in Hüttenberg/Dutenhofen gibt es hier nicht“ – der Satz fasst es zusammen. Kann es auch gar nicht geben. Wir leben in einer Metropolregion, in welcher sich der Konsument / Sponsor aussuchen kann, was er fördert, und nicht auf dem Dorf wo jeder lokale Metzgermeister mindestens einen Neffen hat, der Handball spielt. Die Eintracht setzt nach Fussball auf Basketball. Der Jugendbereich der Skyliners wird durch die Eintracht getragen. Wenn Spitzenhandball, dann aktuell nur durch die Lokomotive Eintracht. Da sehe ich aber keinerlei Rauchzeichen am Horizont. Ich stelle auch in Frage, was eine Ansammlung von „Local heros“ für den Anschub eines derartigen Projektes bringen sollte? Ich sehe wenn überhaupt Chancen am östlichen Rand von Rhein-Main. Hanau wäre ein Ort, wo Zweitligahandball evt. ne Chance hat. Mit Hanau und Gelnhausen gibt es zwei A-Jugendbundesligisten. Wenn die, unterstützt mit Hochkarätern aus Wetzlar und Dutenhofen, an einem Strang ziehen, wäre etwas möglich. Allerding ist die Hanauer Halle kaum zweitligatauglich.

  • Michael Franz

    Ergänzung zu Wielands Stellungnahme: Alles richtig – und mir wird nochmals „brutal“ klar – weder Vereine noch Trainer oder Spieler sind hier die „Gegner“; vielmehr sind es der unerreichbar große Fußball, der zumindest PR-mäßig stärkere Basketball und im Nachwuchsbereich – pädagogisch – gesehen der Zeit- und aufmerksamketsfressende Smartphone-Drogenkonsum. Und aus einem gestrigen Telefonat mit einem Insider des DHB-(Lehrwesens) entnehme ich, dass eine groß angelegte IHF-Kampagne „handball@school“ kläglich gescheitert ist – nur 24 Lehrkräfte wurden bundesweit für die 4 Septembertermine an den WM-Standorten gewonnen. Das bedeutet m.E.: Entweder geben wir das Thema „Nachwuchshandball im Bund und in der Region auf … – oder die Trainerschaft im Kinder- und Jugendbereich wird vereinsübergreifend gemeinsam aktiv… die HBZ könnte das doch mal initiieren!


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