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Wilhelmshaven, Großwallstadt, Olympia, Wilhelmshaven in 19 Jahren – Oliver Köhrmann im Gespräch

Wieland Berkholz im Interview mit Oliver Köhrmann:

Am vergangenen Samstag gegen 19.20 Uhr war es soweit. Einen Monat vor seinem vierzigsten Geburtstag endete die 19 Jahre dauernde Karriere von Oliver Köhrmann recht unspektakulär.

Foto: Privat – Oliver Köhrmann mit einem Gruß an die Leser der Handball-Zeitung.de
Beim Auswärtssieg des Wilhelmshavener HV über die DJK Rimpar führte der gebürtige Oldenburger in den ersten 20 Minuten noch einmal Regie, um den restlichen Spielverlauf entspannt von der Bank aus zu beobachten. Ein Sinnbild für die Karriere von Köhrmann, welcher auf und ausserhalb des Spielfeldes nie ein großes Aufheben um seine Person gemacht hatte und doch seit der Jahrtausendwende zu den fähigsten Spielgestaltern in der Bundesliga gehörte. Wieland Berkholz freute sich, mit Oliver Köhrmann nach dem Spiel in Würzburg dessen Karriere noch einmal Revue passieren zu lassen.

Wieland Berkholz: Ihre Karriere endet heute in Würzburg. War es für Sie heute eine doch eher melancholische lange Anfahrt im Mannschaftsbus?

Oliver Köhrmann: Ach da habe ich mir nicht so große Gedanken gemacht. Es ist ja keine Karriereende wo erst einmal ein Loch kommt und man nicht so recht weiss wie es weitergeht. Nach meiner Rückkehr nach Wilhelmshaven habe ich beruflich im Bereich Immobilien und Versicherungen Fuß gefasst und auf diesem Gebiet eine spannende Herausforderung. Ich blicke letztlich dankbar und zufrieden auf 19 Jahre Leistungssport zurück. Diese handballerische Karriere hätte ich mir noch als 20-jähriger in Oldenburg nie erträumt.

Der Sprung in den bezahlten Handball gelang ihnen mit 21 Jahren noch vor der Jahrtausendwende. Haben Sie noch Erinnerungen an die damalige Zeit.

Natürlich. Im Oldenburger Raum gab es damals einige gute Jugendmannschaften. Da wurde intensiv trainiert und ich hatte man hatte ein hohes Wettkampfniveau.

Wie hat sich das Spiel in dieser Zeit aus ihrer speziellen Perspektive verändert?

Die Deckungsreihen agieren sehr viel flexibler im Raum. Das Spiel ändert sich eigentlich kontinuierlich und man lernt ständig dazu. Ich habe auch in den letzte drei Jahren hier in Wilhelmshaven noch dazu gelernt.

Sie waren ein Spieler der, gerade als Regisseur, auf dem Spielfeld einen eher sachlichen Eindruck hinterließ und nicht den energischen Leitwolf verkörperte. Haben Trainer oder auch das Umfeld von Ihnen jemals eine andere Körpersprache verlangt?

Man kann sich als Typ ja nicht verstellen und das war eigentlich auch nie ein ernsthaftes Thema. Ich habe mein Ding gemacht und war damit zufrieden. Die Mannschaften in denen ich gespielt haben waren ebenfalls zufrieden und so war das in Ordnung. Bewertende Stimmen von außerhalb waren mir somit dann doch eher egal.

Was waren die sportlichen Höhepunkte ihrer Karriere?

Das Europacup-Finale mit dem TV Großwallstadt und die Teilnahme an Olympia in Peking. Ich habe ja nur recht wenige Länderspiele gemacht. Von daher war es ein großes Glück, dass ich gerade bei diesem Ereignis dabei sein konnte.

Ihr Bruder hat Sprung vom Spieler zum Trainer recht nahtlos geschafft. Wird man Sie auch als Trainer erleben?

Das kann ich wohl ausschließen. Christian macht das sehr gut und hat sich auch als Typ sehr entwickelt. Ich hatte in diese Richtung nie Ambitionen.

Ihr Körper hat die vielen Jahre Leistungssport augenscheinlich gut ausgehalten. Gab es größere Verletzungen?

Im Großen und Ganzen hatte ich keine längeren Ausfälle. Aber ich habe mich einmal eine halbe Saison in Großwallstadt mit Schulterproblemen durchgekämpft, was im Nachhinein sicher nicht so sinnvoll war.

Sie haben ja noch die Zeit vor der Regeländerung in Bezug auf die “Schnelle Mitte” miterlebt. Zur neuen Saison gibt es einige neue Regeländerungen. Wie ist hierzu Ihre Meinung?

Insgesamt gesehen bin ich in Bezug auf die neuen Regeln sehr skeptisch. Handball hat schon ein sehr kompliziertes Regelwerk und die neuen Regeln stellen eine weitere Erhöhung der Komplexität für Schiedsrichter und Zuschauer dar. Dadurch wird die eigentlich Aufgabe für die Schiedsrichter, eine einheitliche Linie zu finden, nicht einfacher.

Werden Sie mit knapp 40 Jahren noch einmal Saisonabschlussfahrt mit der Mannschaft mitmachen?

Wir fahren drei Tage nach Hamburg. Da fahre ich schon noch mal mit.


   

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