Handball-Zeitung

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40 Jahre das Wunder von Hassloch am 27.3.1976: TSG Haßloch – TuS Eintracht Wiesbaden 13:13

Ein großes und herzliches Dankeschön für die tolle Unterstützung und tiefen Einblicke in die „Schatzkammer“ vom Vereinsarchiv, an die Zeitzeugen von damals Hans-Werner Maul und Hans-Jürgen Scheuer von der TuS Eintracht Wiesbaden.

Alle Artikel mit Genehmigung des Wiesbadener Tagblatt und der Verlagsgruppe Rhein-Main.
Wir danken für die Artikel von damals: Volker Eckhardt, Heinz Bierbrauer, Heinz-Jürgen Hauzel, Klaus Pfitzner (Text) und Adalbert von Bremen, Wolfgang Eckhardt (Bild).

Fotos unten: Privat aus dem Vereinsarchiv der TuS Eintracht Wiesbaden 1846.

Die Kontaktdaten der Fotografen konnten wir trotz allseitiger intensiver Recherche nach 40 Jahren nicht mehr ausfindig machen. Sollten die Fotografen von damals sich hier wiederfinden, so bitten wir freundlich um Kontaktaufnahme an redaktion@handball-zeitung.de.

Die Handball-Zeitung würdigt die „Wiesbadener Helden“ von Hassloch zum 40. Jahrestag vom „Wunder von Hassloch“ am 27.3.1976.

Auf dem Foto unten:
obere Reihe von links: Trainer Fritz-Peter Schermuly, Günther Werner, davor Helmut Sossenheimer, Betreuer Hans-Walter Kaltenbach, Georg Frankenstein, verdeckt Hans-Werner Maul, Norbert Schaaf, Betreuer Jürgen Scheuer, Manfred Freisler, Norbert Schild, Karl-Heinz Schermuly
vordere Reihe von links: Peter Lohaus, Roger Schneider, Axel Huth, Hugo Slowik, Bernhard Herzer, Claus Beil, Wolfgang Köpfle, Masseur Horst Fachinger

Das Wiesbadener Tagblatt schrieb die Schlagzeile: „Tränen der Freude über das Wunder von Hassloch“ Sechshundert Eintracht-Anhänger lagen sich in der Pfalz-Halle in den Armen.

 

TuS Eintracht Wiesbaden: Meister der Regionalliga Südwest und Aufstieg in die 1. Bundesliga Saison 1976/77 Staffel Süd.


Beim letzten Spiel der Regionalliga ging es ersatzgeschwächt in Hassloch gegen die TSG Haßloch um den Tabellenplatz 1. Das Spiel endete nur 13:13 und für die Spieler/ Zuschauer war es minutenlang unklar, ob das Ergebnis für Platz 1 gereicht hat. Das Parallelspiel Borussia Fulda – Jahn Gensungen endete 14:12 und mit der Fuldarer Schützenhilfe gelang der Aufstieg in die Bundesliga. Ein Telefondienst nach Fulda sorgte für Klarheit und für die freudige Botschaft. Das bemerkenswerte an dieser starken Leistung ist die Tatsache, dass der Aufstieg mit „Wiesbadener Jungs“ geschaffen wurde. Es war kein Geld da, um teure Legionäre zu verpflichten und da setzte der Verein, auf die Talente und Spieler im nahen Umfeld. Auch vor über 40 Jahren wurde da schon aus der Not des Geldmangels, eine Tugend gemacht und auf die jungen, hungrigen Spieler gesetzt. Ein Erfolgsmodell, was bei vielen Vereinen heute aktueller denn je ist. Auch wenn es immern noch nicht alle Vereins- und Verbandfunktionäre verstanden haben… setzt auf die Jugendarbeit, unterstützt wo es geht, dass unser Handballsport nicht komplett in der Versenkung verschwindet!
Zur dieser Zeit wuchs im Raum Wiesbaden eine besondere Handballgeneration, die mit Manfred Freisler (wechselte später zum TV Großwallstadt) ja auch einen Weltmeister von 1978 hervor gebracht hat.

Hans-Werner Maul mit einem heutigen Statement zum Wunder von Haßloch vor 40 Jahren:
Die Parallelen zur Deutschen Handball Nationalmannschaft sind frappierend, auch wenn der Handball ein ganz anderer geworden ist. Wir waren Aufsteiger, alle Spieler kamen aus dem direkten Umfeld und keiner der Spieler hatte vorher in einer höheren Klasse gespielt. Wir fuhren als krasser Außenseiter nach Hassloch, mussten mit Axel Huth (Rückraum rechts) und Helmut Sossenheimer (Spielmacher Rückraum Mitte) den verletzungsbedingten Ausfall von zwei Stammspielern verkraften. Auch wir hatten Nachrücker: Peter Lohaus aus der eigenen Jugend, der gleich in seinem ersten Spiel sensationell einschlug und Wolfgang Köpfle, der Axel Huth vertrat. Und wir konnten uns wie in der gesamten Saison auf unser starkes Torwart-Duo und die gute Abwehrarbeit verlassen. Das war auch bitter nötig, musste doch im Angriff jedes Tor hart erarbeitet werden. Da es dennoch „nur“ zu einem Unentschieden gereicht hatte, war die Ungewissheit nach Spielende groß. Wir standen lange in der Halle und wussten nicht, ob wir lachen oder weinen sollten. Nach einer gefühlten Ewigkeit sprang Sosska (Helmut Sossenheimer) plötzlich wie ein Gummiball in der Menge umher und die Kunde vom Ergebnis der Gensunger verbreitete sich. Fulda hatte Wort gehalten und Gesungen geschlagen. Es gab kein Halten mehr. In der Kabine flossen Sekt und Bier und der Weg in Badeschlappen und mit Handtuch bekleidet zu den am anderen Ende der alten Hasslocher Halle liegenden Duschen war ein extrem langer Weg. Und die Nacht wurde zu einer extrem lange Nacht. Nach einem Rundenstart mit zwei jeweils mit einem Tor verlorenen Auswärtsspielen kam es am Ende mit 9 Minuspunkten zu einem nicht für möglich gehaltenen Happy-End.

 

„Wir werden auf dem Teppich bleiben“. Abteilungsleiter Walter Lang zur neuen Situation 1. Bundesliga.


   

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