Handball-Zeitung

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HBZ- Jugendförderung- Interview mit Vanja Radic, Jugendkoordinator der TVG Junioren Akademie

Die TVG Junioren-Akademie arbeitet zwar eng mit dem TV Großwallstadt zusammen, ist aber ein eigenständiger und unabhängiger Verein.

Michael Kleinmann im Handball-Zeitung.de-Interview mit Vanja Radic

„Unsere Akademie hat das Ziel, den Handballtraum der Jungs zu erfüllen!
Was die Philosophie auf dem Handballfeld betrifft, versuche ich, das Beste des jugoslawischen Handballs mit den Handballkonzeptionen aus Deutschland und Skandinavien zu vereinen.“

Die TVG Junioren Akademie Großwallstadt stellt sich vor:
Die TVG Junioren Akademie arbeitet tagtäglich daran aus handballbegeisterten jungen Sportlern Menschen zu formen, die in der Handballbundesliga bestehen können. Um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen, bieten wir Ihnen optimale Trainingsbedingungen im Sportpark Großwallstadt und gezielte pädagogische Betreuung. Sportmedizinisch und leistungsdiagnostisch arbeiten wir auf höchstem Niveau. Wir haben uns als Ziel gesetzt junge, talentierte Jugendliche für den Handball Leistungssport der ersten und zweiten Bundesliga auszubilden. Alles unter Berücksichtigung der schulischen Laufbahn, der beruflichen Ausbildung oder des weiterführenden Studiums an einer Universität oder einer Fachhochschule.

Unser Konzept ist gläsern, transparent und zukunftsorientiert
• Unser Image: tragfähig, authentisch, sozial
• Unsere Zusammenarbeit: DHB, Bayerischer HV, Region Unterfranken, TV Großwallstadt
• Unser Personal: qualifiziert, pädagogisch, sozial kompetent, interessiert und motiviert

Michael Kleinmann (MK): Hallo Herr Radic, Sie sind der Jugendkoordinator der TVG Junioren Akademie. Bitte stellen Sie sich kurz vor, was Sie im Handball bisher so gemacht haben, seit wann Sie beim TVG dabei sind und wie es dazu gekommen ist.

Vanja Radic (VR): Hallo Herr Kleinmann, ich bin 29 Jahre alt und komme aus Bosnien und Herzegowien. Vor 11 Jahren habe ich mich entschieden, meine Heimat zu verlassen und meine sportliche und schulische Laufbahn in Deutschland (Saarbrücken) fortzusetzen. Im Saarland habe ich von der 6. bis zur 3. Liga gespielt und gleichzeitig eine oder zwei Jugendmannschaften betreut. Im Jahr 2011 habe ich mein Sportwissenschaftliches Studium an der Universität des Saarlandes erfolgreich abgeschlossen. Kurz danach habe ich in Luxembourg zwei tolle Jahre beim HB Museldall verbracht. Dort habe ich fast alle Jugendmannschaften und gleichzeitig die 1. Damen- und die 1. Herren-Mannschaft betreut.
Seit 1. August 2013 bin ich ein Teil dieser tollen Akademie. Ich habe sofort auf die Anzeige der Stellenausschreibung reagiert, eine Trainingseinheit gehalten und danach war ich schnell mit den Verantwortlichen der Akademie einig.

MK: Können Sie uns bitte über die Entstehung der TVG Junioren Akademie berichten und wer hat beim Aufbau vom Internat geholfen?

VR: Über die Entstehung der Akademie kann ich Ihnen nicht viel berichten, da ich ja erst im 2. Jahr dabei bin. Wir haben aber hier eine Handball-Akademie mit einer Wohngemeinschaft für die Spieler, kein Internat.

MK: Ah ok, geben Sie uns bitte ein paar Einblicke in die Abläufe der Akademie und dem Trainingsbetrieb der Jugendspieler.

VR: In unserer Akademie wohnen derzeit 14 Schüler im Alter von 13 bis 18 Jahren. Wir bieten den Jungs eine Rundum-Betreuung, aber wir erziehen sie auch zur Selbstständigkeit. Die Nachwuchsspieler müssen zum Beispiel selbst für ihre Wäsche sorgen, es gibt einen Ordnungs- und einen Getränkedienst. Das alles wird eigenständig von den Jugendlichen organisiert.
Der Tagesplan
So laufen die Tage in der Akademie-WG ab – ein kleiner Überblick:
Morgens geht es nach dem Frühstück zur Schule. Je nachdem wie lange die Schule dauert, haben unsere Jungs die Möglichkeit, in der Kantine unseres Partners Ciba Vision ein abwechslungs- und vitaminreiches Mittagessen zu sich zu nehmen. Danach stehen Hausaufgaben auf dem Plan. Bei Bedarf gibt es auch Nachhilfe in den benötigten Fächern. Ab ca. 16 Uhr beginnen für alle Mannschaften die Trainingseinheiten im Sportpark. Abends wartet in der WG unsere „gute Fee“ Anne mit einem warmen Essen auf die Jungs. Sie bereitet übrigens auch jeden Morgen das Frühstück vor und kümmert sie sich um die Zimmer, wenn die Jungs in der Schule sind.
Die Zimmer
In der Regel gibt es in unserer WG Zwei-Bett-Zimmer. Wir haben aber auch zwei große Zimmer, in denen vier Jungs problemlos schlafen und sich aufhalten können. Des Weiteren haben wir ein gesondertes „Lernzimmer“. Hier haben unsere Bewohner, die vor einem Abschluss oder einer Prüfung stehen, eine Rückzugsmöglichkeit, um sich in Ruhe vorbereiten zu können.
Neben diesen Zimmern gibt es in unserer WG einen Aufenthaltsraum und einen Raum, in dem die Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden. Wir legen großen Wert auf Gemeinsamkeit, wobei wir den Jungs beim Einrichten der Zimmer freie Hand lassen.
Kleine Wege

Ein weiterer großer Vorteil unserer WG sind die kleinen Wege. Was wir damit meinen? Der Weg von der WG zur Trainingshalle dauert eine Minute, die Physiotherapeuten und die Ärzte sind ebenfalls „um die Ecke“ und auch die Kantine ist nur einen Steinwurf entfernt.

MK: Bei den TVG Jugendteams konzentrieren Sie sich auf die A- und B-Jugend. Was ist mit den jüngeren Mannschaften im Jugendbereich?

VR: Eigentlich kümmern wir uns um viel mehr, als die Menschen in der Umgebung wissen. Wir sind morgens in 5 Grundschulen tätig und unterstützen den Grundschulsport mit dem Grundgedanken, immer mehr Kinder allgemein zum Sport zu begeistern. Dann hoffen wir, dass durch diverse Aktionen, das ein oder andere Kind den Handballsport für sich entdeckt. Daraus sind zwei Handballkurse entstanden mit 30-40 Kinder.
In unserer Akademie haben wir auch eine C-Jugend Mannschaft, die sich aber mit B-Jugendlichen in Bayern misst. Unter diesen Bedingungen lernen die Jungs, sich gegen körperlich Größere und Stärkere durchzusetzen. Wir wollen die Jungs rechtzeitig aufnehmen, um technische und taktische Mängel frühzeitig zu beheben.
Für die kommende Saison werden wir sogar einen oder zwei sehr talentierte Handballer, Jahrgang 2001, aufnehmen.

MK: Wie schaffen Sie es die guten Jugendspieler der A- und B- Jugend im Team der Ersten Mannschaft zu integrieren?

VR: Nach der Saison 2013/2014 haben drei Jungs aus unserer Akademie Verträge bei der 1. Mannschaft in der 2. Bundesliga unterschrieben. Mit viel Training und dem Willen, mehr zu machen, öffnen sich die Jungs selbst die Türen nach „oben“. In den kommenden Jahren werden wir noch enger mit der 1. Mannschaft zusammenarbeiten und noch mehr Jungs werden die Chance bekommen, sich im Training bei der 1. Mannschaft zu beweisen und auch dort viel zu lernen.

MK: Welchen Stellenwert hat das Jugend-Zertifikat der Handball-Bundesliga für Sie und den Verein?

VR: Die Junioren-Akademie arbeitet zwar eng mit dem TV Großwallstadt zusammen, ist aber ein eigenständiger und unabhängiger Verein. Deshalb hat das Jugend-Zertifikat keinen Stellenwert für unsere Akademie. Viel mehr betrifft das Jugend-Zertifikat den TV Großwallstadt. Beim Jugend-Zertifikat geht es nicht darum, wie gut man junge Handballer betreut, sondern nur darum, ob alle vorgeschriebenen Richtlinien der HBL bei den Bundesligisten erfüllt sind.

MK: Wie machen Sie die Aufgabenverteilung im 6-köpfigen Trainerteam der TVG Junioren?

VR: Fast jede Mannschaft wird von zwei Trainern betreut. Für die Zukunft werden wir aber anders planen. Jede Mannschaft wird einen festen Trainer und einen Betreuer haben. Das soll die Qualität von Training und Kommunikation zwischen Spieler-Eltern-Trainer verbessern. Meine Aufgabe wird sein, die A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft zu betreuen und die Arbeit der anderen Trainer in jeder Hinsicht zu unterstützen. Es wird zu einem ständigen Austausch zwischen den Trainern kommen, besonders auch im Hinblick auf die Analyse von jedem einzelnen Spieler.

MK: Was machen Sie bei der TVG Junioren Akademie besonders? Bitte berichten Sie uns davon.

VR: Was wir besonders machen, müssten eigentlich unsere Spieler oder deren Eltern über uns sagen. Ich werde versuchen, einen Vergleich zu ziehen zwischen den Erfahrungen, die ich in diesem Jahr gesammelt habe und denen, die ich vorher im Amateurbereich gesammelt habe. Unsere Akademie hat das Ziel, den Handballtraum der Jungs zu erfüllen.
In unserem Trainer-Team haben wir Diplomsportlehrer, A- und B-Lizenz- Inhaber, Athletiktrainer.
Unser Team wird komplettiert durch Herrn Dr. Petermann, der die medizinische Betreuung für unsere Spieler übernimmt und durch Simon Fecher (www.physio-fecher.de), der mit der physiotherapeutische Betreuung betraut ist. Wir arbeiten mehr und mit viel mehr Qualität. Durch hochausgebildete Trainer werden die Jungs bestens betreut. Trainingsumfang und Intensität sind viel höher. Der interne Wettbewerb ist durch viele talentierte Spieler sehr hoch, was die Entwicklung im Training und Spiel von jedem einzelnen fördert.
Jeder einzelne Spieler ist uns wichtig und jeder wird gleich behandelt, egal, ob es sich um einen Spieler mit mehr oder weniger Talent handelt. Denn wir wissen, dass nur die richtige Einstellung und die harte Arbeit der Weg zur Traumerfüllung ist.

MK: Und was machen Sie persönlich besonderes?

VR: Es ist schwer zu sagen, was ich besonders mache, weil ich nicht genau weiß, was die anderen Trainer oder Koordinatoren in ihrem Job leisten.
Ich präferiere eine straffe Führung im Training, was Disziplin, Aufmerksamkeit, Konzentration und Engagement angeht. Durch präventives Training lege ich ebenso viel Wert auf den Gesundheitsaspekt von jedem einzelnen Spieler, um das Verletzungsrisiko so niedrig wie möglich zu halten. Als meine Aufgabe sehe ich auch die Entwicklung und Förderung von sozialen Kompetenzen bei den Spielern im und außerhalb des Spielfeldes. Gegenseitiger Respekt und Bodenständigkeit sind Persönlichkeitsmerkmale, auf die ich sehr viel Wert lege.
Was die Philosophie auf dem Handballfeld betrifft, versuche ich, das Beste des jugoslawischen Handballs mit den Handballkonzeptionen aus Deutschland und Skandinavien zu vereinen.

MK: Herr Radic, herzlichen Dank für die intensiven Einblicke ihrer Arbeit und die erfolgreiche Jugendarbeit beim TVG.


   

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