Handball-Zeitung

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HBZ-Jugendförderung-Interview-Reihe mit den Kadertrainern der Jahrgänge 2003-2000 im Bezirk Wiesbaden/ Frankfurt

Jeden Mittwoch veröffentlicht die Handball-Zeitung ein Interview von Michael Kleinmann mit dem jeweiligen, verantwortlichen Kadertrainer.

Heute berichten die Kadertrainer von den zurückliegenden Sichtungsterminen des jeweiligen Jahrgangs.

Sichtung Jahrgang m2003, Jens Klein:
JK: Die Sichtung für den Jahrgang 2003 fand von September bis Dezember 2013 statt. Die Kinder wurden somit in ihrem letzten E-Jugendjahr gesichtet. Insgesamt gab es neun Trainingseinheiten, zu denen die Vereine ihre Talenten schicken konnten. Zusammengefasst haben wir uns rund 70 bis 80 Jungs näher angeschaut.
Darüber hinaus schauen wir uns regelmäßig die Qualifikationsturniere der Vereine im Frühjahr an. Hierbei können wir sehr kompakt einen guten Überblick über die Spieler bekommen. Selbstverständlich ist es auch die Aufgabe der Auswahltrainer, sich immer wieder Vereinsspiele anzuschauen. Denn gerade in jungen Jahren vollziehen die Spieler unterschiedliche Entwicklungsschübe, die es immer wieder zu berücksichtigen gibt. Und Spätstarter oder Quereinsteiger sind natürlich immer wieder willkommen.
Bei den Auswahlkriterien muss man die hohe Spannbreite beim biologischen Alter berücksichtigen. Nur weil jemand groß ist und diesen Vorteil gut im Spiel ausnutzen kann, ist er nicht automatisch talentiert. Genauso wichtig ist es zu wissen, wie lange überhaupt ein Kind im Handball spielt. Ein Spieler, der eine grundsätzlich hohe Sportlichkeit mitbringt und zum Beispiel tolle Fähigkeiten in der Motorik, Koordination und Dynamik hat, aber noch keine saubere Wurftechnik besitzt, weil er erst ein Jahr Handball spielt, kann talentierter sein wie manch anderer. Man sieht, es gehört auch ein bisschen Erfahrung und dauernde Beobachtung dazu.

Sichtung Jahrgang m2002, Marcel Henkelmann:
MH: Unsere Sichtung vom Jahrgang 2002 lief in mehreren Stufen ab, wir haben uns Zeit genommen und intensiv die Jugendspieler beobachtet. Nach den ersten Vorsichtungsterminen von ca. 70-80 Jugendspielern hatten wir dann eine Vorauswahl getroffen von ca. 50 Spielern, mit denen wir in die Trainings gegangen sind. Mit diesen Spielern ging es in mehreren Trainingseinheiten um die Auswahlphase, welche Jugendspieler wir in die Stützpunkte nehmen wollen. Nach intensiven Trainingseinheiten und Auswahl haben wir jetzt einen Stamm von ca. 30 guten Jugendspielern, aufgeteilt in die beiden Stützpunkte Ost und West, mit denen wir getrennte Trainingseinheiten machen.
Die Kriterien des Auswahlverfahrens waren für uns, welche Grundausbildung von den Vereinen mitgebracht wurde; da sind wir teilweise sehr positiv überrascht worden, welches Talent mit guter handballerischer Grundausbildung da mehrfach schon vorhanden war. Ein großes Kompliment und Dankeschön hier an die aktiven Vereinstrainer für die teilweise sehr gute Vorarbeit. Weiterhin haben wir nach der Trainingsbeteiligung, dem Sozialverhalten untereinander und welche Koordination bereits vorhanden war gesehen. Intensiv geschaut haben wir nach der Basisausbildung, nach der motorischen Entwicklung und wie weit auch das Ballgefühl beim Passen, Fangen, Werfen vorhanden war. Bei den Trainings haben wir einige Stationen aufgebaut, mit verschiedenen Wurf-, Prell- und Motorikübungen und zum Schluss der Trainings das Verhalten bei Spielsituationen in Angriff und Abwehr. Für viele war das Sprungseiltraining eine völlig neue Erfahrung und hat uns ganz klar die Körperfitness von jedem einzelnen Spieler gezeigt.

Wir haben intensiv in den Vorsichtungen und den Trainingseinheiten nach dem Potential der Jugendspieler gesehen, haben uns viel Zeit gelassen und die Jungs teilweise vor große Herausforderungen gestellt und sind uns sehr sicher, dass wir die Spieler mit dem größten Potential im JG 2002 in verschiedenen Bereichen ausgewählt haben.

Sichtung Jahrgang m2001, Christian Fleischer:
CF: Die Sichtung für den Jahrgang m2001 verlief sehr gut und ich konnte mir bei allen fünf Terminen einen persönlichen Überblick machen über das Potential der Jugendspieler vom JG. Die nach regionalen Gesichtspunkten ausgewählten Sichtungstage waren mit über 70 Teilnehmern gut besucht. Absolut Klasse war, dass fast alle Vereine ihre Talente zur Auswahl geschickt haben, was in der Vergangenheit ja nicht immer so war. Ein großes Lob möchte ich noch den Vereinen aussprechen, die erkannt haben, dass die Bezirksauswahlen unterstützend arbeiten. Wir achteten bei den Sichtungen weniger auf Körpergröße und Wurfkraft, dafür mehr auf Koordination, Spielverständnis, Technik, Abwehrverhalten, Durchsetzungsvermögen, allgemeine Athletik und nicht zu vergessen das Sozialverhalten.
Aus den über 70 gesichteten Teilnehmern blieben am Ende 25 Spieler übrig, die den Stützpunkt West bilden. Im Stützpunkt Ost war weniger Quantität, umso höhere Qualität bei den Sichtungen zu sehen. Eines möchte ich dazu noch sagen, dass Sichtungen Momentaufnahmen sind, die in der Jugend sehr schwankend sein können und das die Tür für Talente im Stützpunkt immer offen steht.

Sichtung Jahrgang m2000, Volker Rehm:
VR: Unsere Sichtung im ehemaligen Bezirk Wiesbaden bestand aus insgesamt sechs Terminen, bei denen alle Vereine ihre Jugendlichen schicken konnten, insgesamt wurden ca. 80 Spieler gesichtet und dann ca. 45 zu den ersten Stützpunkttrainings eingeladen. Die Sichtung erfolgte über sportmotorische Tests an verschiedenen Stationen (z. B. Prelltests, Turnen, Fangen – Passen – Werfen), Sichtung in Grundspielen und Sichtung im Wettkampfspiel 6:6 in versch. Formen, z. B. mit Manndeckung oder 2 x 3:3. Dazu kamen Besuche bei verschiedenen Spielen während der Runde und bei Qualifikationsturnieren sowie Gespräche mit Trainern und Vereinsverantwortlichen. Objektive Sichtungskriterien sind dabei schwierig, hier ist natürlich viel Bauchgefühl und Erfahrung im Spiel.
Ziel war es auch, Spieler aus möglichst vielen Vereinen in der Auswahl dabei zu haben, dies versuchen wir bis heute und haben immer noch Spieler aus der Bezirksliga A und B in den Stützpunkten und im Kader. Natürlich gibt es im Laufe der Zeit eine Konzentration auf die Vereine, die am höchsten spielen (Oberliga oder BOL), aber wenn ein Spieler bei seinem Heimatverein in einer tieferen Klasse bleibt, versuchen wir ihm über die Stützpunkte und die Auswahl ein zusätzliches Trainingsangebot zu machen.


   

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