Handball-Zeitung

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HBZ-Jugendförderung-Interview mit Melanie Schäfer und Maren Lang, BOL D-Jugendtrainerinnen der TuS Nordenstadt

Michael Kleinmann im Handball-Zeitung-Interview mit Melanie Schäfer und Maren Lang

MK: Hallo Melanie, hallo Maren, ihr beiden Schwestern betreut die D-Jugend der TuS Nordenstadt in dieser Saison sehr souverän und erfolgreich. Bitte stellt euch doch mal kurz unseren Lesern vor, wer ihr seid und was ihr bisher so im Handball gemacht habt.

Hallo, ich bin Melanie, bin 39 Jahre alt und komme aus Nordenstadt. Ich habe erst in der C-Jugend angefangen Handball zu spielen, aber wahrscheinlich nur, weil in der Zeit (ist schon ein paar Jahre her, grins) die Jugendmannschaften noch nicht so besetzt waren, wie das heute der Fall ist. Aktiv gespielt habe ich bis ich ca. 25 Jahre alt war. In der Jugend in Nordenstadt, später in Wallau und Erbenheim.

Als meine Kinder selbst mit Handball angefangen haben (bei den Minis), wurde mir schnell klar, dass Trainer und Betreuer heiß begehrt sind. Aus diesem Grund habe ich in der F-Jugend zusammen mit einer anderen Mutter angefangen, die Jungs zu trainieren. Das heißt ich mache das jetzt seit 6 Jahren.

 

Hallo, ich bin Maren, bin 34 Jahre alt und die kleine Schwester von Melanie (lacht). Als es vor fast 4 Jahren (mit Beginn der E-Jugend) etwas Ärger mit Eltern und der Trainingspartnerin gab, habe ich zu meiner Schwester gesagt: „Wenn du mich brauchst, bin ich da!“

Habe ja die „Handball-Karriere“ meiner Neffen Paul und Max und dieser tollen Mannschaft immer eifrig mitverfolgt.

Ein Trainer-Amt bei 9-10 jährigen zu übernehmen war doch nicht gleich so leicht, da ich selbst eigentlich aus dem Kunstturnen komme und erst mit 14 mit dem Handball begonnen habe. Ich hatte damals allerdings eine gute Jugendtrainerin unter der ich (damals in Wallau) später recht erfolgreich A-Jugend Oberliga gespielt habe und mit 21 Jahren nach Wiesbaden in die Oberliga Damen gewechselt bin. In dieser Zeit habe ich nicht nur von guten Trainern gelernt, sondern auch von ein paar Mitspielerinnen, die reichlich Erfahrung aus der 2. Bundesliga hatten!

MK: Könnt ihr die tolle Leistung der D1 in der BOL erklären?

Maren: Disziplin!

Disziplin ist unser oberstes Gebot! Schließlich baut darauf alles auf. Wir haben den Vorteil, dass alle Spieler Jahrgang 2001 sind und somit immer als Mannschaft zusammenbleiben. Dadurch wächst man als Team zusammen, uns Trainer eingeschlossen.

Melanie: Wir haben eine klare Aufgabenteilung.

Ich bin für alles organisatorische, wie z. B. Info-Mails die Eltern, Turniermeldungen, Spielberichtsbögen, Eventplanungen usw. verantwortlich. Übernehme größtenteils das Torwarttraining und bin natürlich auch ein bisschen „Mama für alle Spieler“.

Maren: Das heißt, dass ich mich voll auf den sportlichen Teil konzentrieren kann.

Also immer schauen, was können alle Spieler schon, womit haben manche noch Schwierigkeiten, was hat in den letzten Spielen gut geklappt, was nicht, wer kann auf welcher Position spielen, usw…

MK: Könnt ihr den Erfolg konkretisieren und ein paar Beispiele aus dem Trainingsalltag geben?

Maren: Wir spielen dieses Jahr noch besser miteinander aber vor allem füreinander!

Die Jungs haben gelernt, dass es nicht wichtig ist, selbst die meisten Tore zu werfen, sondern, dass man für gute Anspiele oder gute Abwehraktionen mindestens genauso viel Lob bekommt, wie wenn man selbst vollstreckt.

Es ist wichtig, dass im Training die Basis-Sachen:

– Passen und Fangen auf verschiedene Distanzen

– Ballhandling (durch abwechslungsreiche Koordinationsübungen)

– Prellen rechts wie links

immer wieder eingebaut werden, dass es immer 1-2 Spielchen gibt (die auch manchmal nur als gesamtes Team zu bewältigen sind) und auch leichte Kräftigung zum Trainingsalltag gehört. Hierzu kann man sich viele Ideen aus dem Internet, der Handballtrainingszeitung oder bei kleinen Trainerlehrgängen holen.

Melanie: All das geht natürlich nicht ohne das Engagement der Eltern und teilweise sogar Großeltern, die als große Fans, Zeitnehmer/ Sekretär und Kuchenbäcker fungieren.

An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön!

MK: Könnt ihr anderen Spielern und Trainern ein paar Tipps geben für den eigenen Trainingsbereich?

Maren: Spieler müssen lernen, dass man in einem Mannschaftssport ohne seine Mitspieler nichts bewirken kann und lernen muss, diese zu respektieren und akzeptieren, wie sie sind.

Als Trainer sollte man sich selbst immer treu bleiben und seinen eigenen Stil finden!

Spieler freuen sich ab und zu mal über kleine Anerkennungen und natürlich auch mal über ein Späßchen! Bei uns z. B. sorgt die Androhung unserer 79-jährigen Oma für die Lacher! Es gibt sie wirklich…

MK: Was würdet ihr euch noch an zusätzlicher Unterstützung für die Arbeit vom Verein, Verband, Sponsoren etc. wünschen?

Melanie: Wir wünschen uns mehr Weiterbildungsmaßnahmen für Jugendtrainer ohne Lizenz, ähnlich denen der TSG Münster in Kooperation mit ihrem Hauptsponsor.

Vom Verein wünschen wir uns eine angemessene Anerkennung für die Jugendtrainer, deren Zeitaufwand oft nicht genug gewürdigt wird.

MK: Habt ihr für die Spieler schon einen Saisonabschluss geplant?

Maren: Noch nicht konkret geplant aber schon als Idee im Kopf.

Ist noch geheim, nur so viel – es wird sportlich und schnell und wird nix mit Handball zu tun haben (lacht).

MK: Wie ist die Perspektive für die D-Jugend in der nächsten Saison, wenn der starke 2001er Jahrgang in die C-Jugend wechselt?

Melanie: Da wir gemeinsam in die C-Jugend wechseln, kann ich nur sagen, dass wir hoffen, in dieser C-Jugend vielleicht im ersten Jahr den Sprung in die BOL zu schaffen.

MK: Habt ihr noch Wünsche oder Vorschläge an die Handball-Zeitung?

Wünsche und Vorschläge? Wir wollen einfach mal danke sagen, dass es so was wie euch gibt und auch allen die dahinterstehen! Also auch danke an dich, Michael!

MK: Vielen Dank für eure ehrliche Meinung, dieses Interview und bitteschön, sehr gerne! Und vielen Dank für euer Engagement für den Verein und die Jugendspieler!


   

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