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TuS Dotzheim – TuS Holzheim  31:23

René Weiss vom TuS Holzheim berichtet:

Die Übermannschaft ist eine Nummer zu groß

Preistechnisch ist der TuS Dotzheim bereits in der Handball-Oberliga angekommen. Sieben Euro Eintritt werden fällig für den Besuch einer Partie im Schelmengraben.

Und wenn die Saison 2017/18 im kommenden Monat nicht völlig verrückte Kapriolen schlägt, werden die Wiesbadener ab September nach nur einem Jahr (wie erwartet) auch tatsächlich in die höchste hessische Spielklasse zurückkehren. Nach dem 31:23 (16:10)-Sieg über den TuS Holzheim am Samstagabend fehlt der Mannschaft von Hans-Josef Embs auch wegen der Lindener Niederlage in Lollar nur noch ein Zähler zur Meisterschaft.
Die Gastgeber sind weiterhin ungeschlagen, weil sie unter anderem mit Maximilian Schubert und Benedikt Seeger zwei Rückraum-Asse in ihren Reihen haben, die die Landesliga dominieren und auch der Partie gegen die Ardecker ihren Stempel aufdrückten. Der 97-fache Bundesligaspieler und ehemalige Junioren-Europameister Schubert sowie der ehemalige Wallauer Zweitliga-Akteur Seeger erzielten 14 von 31 Dotzheimer Toren, im ersten Abschnitt waren es 10 von 16. Die defensive Holzheimer 6:0-Deckung sah kein Land, und als TuS-Trainer Thomas Scherer Schubert erst nach der Halbzeitpause (durch Dominik Lazzaro) und später auch Seeger (durch Jan-Erik Wolfgram) in Manndeckung nehmen ließ, hatten die Rothemden den Anschluss bereits verloren (10:16). Die mutigere Abwehrvariante hinterließ jedenfalls den besseren Eindruck, auch wenn nun der zunächst blasse Halbrechte Sören Battermann jetzt eher zur Geltung kam.
Die Defensive vor Torhüter Kevin Fischer, später durch Routinier Martin Fischer abgelöst, fand lange Zeit keinen Zugriff, trotzdem blieben die Aarhandballer, bei denen Alexander Linke, Nils Wolfgram und Peter Friedrich fehlten sowie Maximilian Schenk nicht zum Einsatz kam, bis zum 10:7 (18.) in Reichweite. Das Absurde an dieser Partie vor 250 Zuschauern: Genau in der Phase, als Holzheim ab Mitte des ersten Durchgangs nun spielerisch sogar noch eine Schippe drauflegte, verlor man den Anschluss. Wie das geht? David Schwarz, Laurin Moos, Tobias Baum und Co. ließen knapp ein halbes Dutzend hundertprozentiger, blitzsauber herausgespielter, Gelegenheiten liegen. Man konnte sich dem Eindruck nicht erwehren, dass der im Holzheimer Nachwuchs groß gewordene Dotzheimer Schlussmann Benedikt Müller wusste, welche Ecken seine ehemaligen Kollegen vorzugsweise wählen. Die Tempogegenstöße nutzte überwiegend Linksaußen Dennis Assmann, um den Vorsprung auf 16:10 auszubauen.
Näher kam der TuS nicht mehr heran, der in der zweiten Hälfte schwankend mit sechs bis neun Treffern hinten lag. 30 Minuten, in denen die Gäste spielerisch immerhin ordentliche Ansätze zeigten gegen den designierten Meister. Aber zur Überraschung, auf die manche im Holzheimer Lager nach dem nur knappen Dotzheimer Last-Minute-Erfolg über Kastel vor einer Woche spekulierten, fehlte doch einiges, obwohl die Hausherren auch diesmal auf Johannes Schuhmacher, Felix Kossler und zusätzlich noch Thomas Sterker verzichten mussten. Zum Beispiel die Gier in den Augen, die der TuS in dieser Saison auch aus mentalen Gründen einfach nicht entfachen kann. Denn nur wenn die spürbar ist, kann man gegen Spieler des Kalibers Schubert oder Seeger eine Chance haben.
Während die Sieben von Embs-Sieben einen weiteren großen Schritt in Richtung Aufstieg machte, spitzt sich für Holzheim die Situation im Abstiegskampf wieder ein wenig zu, weil der TSV Griedel, der Gegner am kommenden Samstag im Diezer Sportzentrum, durch einen überraschend klaren 37:31-Sieg in Oberursel bis auf zwei Zähler an die Ardecker heranrückte.

Dotzheim: Windheim, B. Müller – N. Müller (1), Seeger (5), Dembach, Assmann (6), Wenzel (2), Denard, K. Schubert, Battermann (5), M. Schubert (9/1), During (3).
Holzheim: K. Fischer, M. Fischer (1), Nink (1), Moos, Becker (1), Giebenhain (2), Lazzaro (1), Koch (5), Dettling (1), Grandpierre (1), Schenk, J.-E. Wolfgram, Baum (4), Schwarz (6/2).
Schiedsrichter: Sascha Frank/ Jörg Steiß (HSG Großen-Buseck/Beuern).
Zuschauer: 250. Zeitstrafen: 4:5. Siebenmeter: 1/1:3/2.


   

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