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Lemgos mD-Jugend gewinnt die Mini-EM in Hannover-Anderten

Der TBV Lemgo informiert:

Mit einem riesigen Erfolg kehrte die männliche D-Jugend von Handball Lemgo vom Turnier in Hannover heim

Foto: Pressedienst
Beim hochklassig besetzten Turnier des TSV Anderten wird die EM der „Großen“ schon mal vor-gespielt. Die 16 aus ganz Deutschland angereisten Mannschaften starten stellvertretend als eine an der EM teilnehmende Nation. Die Jungs aus Lemgo spielten das Turnier als Österreich, mit den entsprechenden Trikots und der rot-weiß-roten Fahne. Das Abspielen der Nationalhymnen vor jedem Spiel erzeugt jedes Mal wieder einen Gänsehautmoment. Auch die Unterbringung im Hotel, mit dem dazugehörigen Flair und Service, macht für die Spieler, Trainer, Betreuer und Eltern den besonderen Charme dieses Turnieres aus.
Als erster Gegner wartete am Samstag gleich der Bundesliga-Nachwuchs der „Eulen“ Ludwigshafen (Norwegen) auf die Jungs. Diese waren allerdings ab der ersten Minute hellwach und setzten die Marschroute von Trainer Rolf Sievert und Betreuer Arnold Throne um und konnten aus einer stabilen Deckung heraus sofort ein paar Tore vorlegen, sodass es nach kurzer Zeit schon 6:1 stand. Danach hatte sich die Nervosität der Ludwigshafener gelegt und sie kämpften sich bis zum 9:7 wieder heran. Dann hielt Torwart Matthias Müller einen Siebenmeter und im direkten Gegenzug fiel das 10:7 für Lemgo. Die Jungs aus Lemgo packten nun wieder konsequenter in der Deckung zu und konnten das Spiel dann doch noch relativ sicher mit 14:7 für sich entscheiden.

Im zweiten Spiel hieß der Gegner GIW Meerhandball (Weißrussland). In diesem Spiel kam schnell die physische Überlegenheit der Lemgoer zum Tragen. Dem Durchsetzungsvermögen und Willen der neu-Ösis aus Lemgo hatten die Niedersachsen wenig entgegenzusetzen und so endete das Spiel deutlich mit 16:6.

Im letzten Spiel der Gruppenphase trafen die Hansestädter auf die Hauptstädter aus Tegel (Frankreich). Die etwas unorthodoxe Spielweise der Tegeler traf auf nachlassende Konzentration und Sorglosigkeit des TBV Nachwuchses. Und so blieben die Franzosen über weite Strecken des Spiels den Österreichern auf den Fersen, konnten die relativ knappe 13:9 Niederlage letztendlich aber nicht verhindern.

Damit stand der Gruppensieg für Lemgo fest und es standen am 1. Turniertag noch zwei Spiele in der Zwischenrunde an. Gewarnt durch die Sorglosigkeiten aus dem Tegel-Spiel hörten die jungen Spieler auf die Warnungen vom Trainer Rolf Sievert und Betreuer Arnold Throne und bereiteten sich wieder gewissenhaft auf den kommenden Gegner Bothfeld (Schweden) vor. Auch hier zeigte sich, dass die Lemgoer Jungs ein sehr hohes Tempo gehen konnten und sehr ausgeglichen besetzt waren, sodass man problemlos durchwechseln konnte. Die ballsicheren Schweden mussten sich ihre Tore sehr hart erkämpfen und wurden dann durch die schnelle Mitte der Österreicher überrascht und überlaufen. In einem aus handballerischer Sicht sehr gutem Spiel setzte sich auch hier die körperliche Überlegenheit und spielerische Klasse der Lemgoer durch und das 1. Spiel der Zwischenrunde konnte sicher mit 13:6 verbucht werden.

Im 2. Spiel in der Zwischenrunde (nach sieben Stunden in der Halle) mussten die Lemgoer Buben die Klingen mit dem Titelverteidiger aus dem Jahre 2017 kreuzen: Rheinbach (Island). Die Rheinbacher haben traditionell gute Jugendmannschaften und waren nur durch eine knappe Niederlage gegen Kroatien (JSG Köngen Plochingen) am Gruppensieg vorbei geschrammt. Im Lemgoer Lager war man also gewarnt, aber auch motiviert. In diesem Spiel machte sich dann die besser besetzte Ersatzbank des Nachwuchses bezahlt. Sobald die Beine eines Spielers ein wenig schwer wurden, konnte er sofort ohne große qualitative Einbußen ersetzt werden. Dadurch konnte auch im letzten Spiel des Tages ein enormes Tempo gegangen werden, das die tapfer kämpfenden Isländer nicht mehr halten konnten. Und so fiel das Ergebnis mit 19:5 sicherlich ein wenig zu hoch für die Ösis aus. Aber damit war den Lemgoer Jungs die Teilnahme am Halbfinale nicht mehr zu nehmen.

Nach einer heißen Dusche und einem sehr leckeren Abendessen im Hotel begaben sich die Spieler selbständig früh ins Bett, denn der Fokus galt eindeutig dem Turniersieg. Für die Trainer, Betreuer und Eltern gab es an diesem Abend ein tolles Gala-Diner, bei dem viele Kontakte geknüpft und gefachsimpelt werden konnte.

Am zweiten Turniertag wurde dann früh geweckt, was aber für die meisten Spieler kein Problem war, da die Vorfreude auf die folgenden Spiele überwog. Es fehlte in der Zwischenrunde noch das Spiel 1. Gruppe A gegen 1. Gruppe B. Dieses Spiel war entscheidend dafür, ob der TBV Nachwuchs als 1. oder als 2. ins Halbfinale einzog und ob man damit bereits im Halbfinale auf die sehr stark eingeschätzten Hochdorfer (Slowenien) traf. Dementsprechend motiviert und aggressiv gingen die Hansestädter im Spiel gegen die JSG Köngen Plochingen (Kroatien) ans Werk und versuchten auch in diesem Spiel ihre physische Überlegenheit zu nutzen. Aber ebenso wie die originalen Spieler vom Balkan zeigten die jungen Kroaten, dass sie mit dem Ball umzugehen wussten und versetzten den Lemgoern immer wieder feine technische Nadelstiche, sodass das Spiel lange offen blieb. Erst nach 2 technischen Fehlern, die Henri Brossardt zu Gegenstößen nutzte, bröckelte die Gegenwehr und die frischen Lemgoer Kräfte von der Bank nutzten erneut ihre Chancen und entschieden das Spiel mit 13:6 letztendlich sicher für sich. Damit stand fest, dass das Halbfinale Österreich (Lemgo) gegen Montenegro (MTV Dänischenhagen) lautet. Dänischenhagen hatte in der Zwischenrunde die Sportschule Berlin geschlagen und auch im letzten Zwischenrundenspiel gegen Ungarn mit 20:2 aufgetrumpft.

Der MTV versuchte mit einer sehr offensiven Deckung den Angriffswirbel der jungen Lemgoer zu stoppen, was aber nur sehr bedingt funktionierte. Die Passsicherheit und Laufbereitschaft stimmten beim TBV Nachwuchs, sodass immer wieder die großen Freiräume in der Deckung genutzt und konsequent die Torchancen verwertet wurden. Auch in diesem Spiel sorgten die Paraden unserer Torwarte Svante Holling und Matthias Müller für Sicherheit und die Gelegenheit sich vom Gegner abzusetzen. Die konsequente Deckungsarbeit vor allem von unserem jüngsten und schnellsten, Arne Zajaczek sorgte zudem dafür, dass die individuell starken Montenegriner sich immer wieder festliefen und letztendlich keine Möglichkeiten fanden, um den Abwehrriegel zu knacken. So sprang im Halbfinale ein deutliches 19:10 heraus, bei dem auf Lemgoer Seite wieder munter durchgewechselt und Kräfte gespart werden konnte. Bemerkenswert war, dass Luis Wortmann mit seinem 1. Ballkontakt sofort ein Tor geworfen hat. Enger ging es im 2. Halbfinale zu. Hochdorf (Slowenien) setzte sich spät, aber verdient gegen die JSG Köngen Plochingen (Kroatien) mit 14:10 durch. Damit stand das Finale fest: Lemgo (Österreich) gegen Hochdorf (Slowenien).

Vor dem Finale gab es dann einen großen Gänsehautmoment: der Einmarsch der Nationen. Alle Mannschaften sind in die Halle eingelaufen, begleitet von Pyrotechnik und dem DHB-Maskottchen Hannibal, der die Stimmung in der Halle zum Kochen brachte. Das wurde noch durch das Isländische „HUH“ getoppt, das „unsere“ Isländer (Rheinbach) anstimmten und bei dem alle Zuschauer und Spieler mitmachten.

Nachdem die Spannung auf dieses Finale so toll aufgebaut wurde, entwickelte sich anfangs ein offener Schlagabtausch, vollkommen ohne Nervosität oder Hektik. Beide Mannschaften versuchten die gegnerische Deckung spielerisch auszuhebeln, was auch immer wieder gelang. Es entspann sich ein hochklassiges Spiel, bei dem Lemgo immer ein Tor in Front lag und Hochdorf postwendend ausgleichen konnte. Erst ein Wechsel in der Deckung brachte die Lemgoer dann letztendlich auf die Siegerstraße. Florian Kirchhof kümmerte sich nach einer Anweisung von Trainer Sievert vermehrt um den Haupttorschützen der Hochdorfer. Seine Kampfkraft und die Schnelligkeit von Fynn Leike bei der Unterstützung konnten zusammen den Angriffswirbel auf der rechten Angriffsseite stoppen. Dazu kamen zwei gehaltene Bälle von Matthias Müller, die auf der anderen Seite hauptsächlich von Jannis Meierjürgen im Zusammenspiel mit Felix Sievert zu Toren verwertet wurden. Der Turniersieg war nun zum Greifen nahe, allerdings wurde er von den Slowenen auch nicht so einfach hergegeben und folglich gab es auch einige Siebenmeter, die Leon Throne (bis auf den ersten im Spiel) souverän versenkte. Das Finale ging über 2×15 Minuten und die Seiten wurden bei einem Halbzeitstand von 11:7 für Österreich gewechselt. Auch in diesem Spiel machte sich die besser besetzte Bank der Lemgoer bemerkbar und so wurde nach der Pause das Tempo erneut angezogen und der ausgepowerte Kirchhof durch Sören Ginster ersetzt, der den Kampf nahtlos fortsetzte. Dazu kam die Übersicht und das Spielverständnis von Haakon Herrmuth, der die Spielmacherposition von Felix Sievert übernahm und die Mannschaft aus Lemgo kurz nach der Pause zum vorentscheidenden 15:8 führte. Nun war der Widerstand des TV Hochdorf gebrochen und es gelangen dem TBV-Nachwuchs noch ein paar schön herausgespielte Tore, sowie einige spektakuläre Paraden von Svante Holling, zum viel umjubelten Endstand von 23:12.

Die Spieler ließen sich dann noch von den vielen mitgereisten und neu gewonnenen Fans feiern und nahmen glücklich den Siegerpokal entgegen. Die Mannschaft war sich sicher, dass sie ein unvergessliches Wochenende erlebt haben, bei einem tollen und beeindruckenden Turnier. Der Dank dafür geht, stellvertretend für die vielen Mitwirkenden, an die Cheforganisatoren Marco und Sarah. Wir kommen gerne wieder nach Anderten!


   

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