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Starkes Spiel gegen Luzern, Rückfall gegen Kadetten: HSG Konstanz kämpft mit hoher Fehlerquote

Die HSG Konstanz informiert:

Testspiele:
HSG Konstanz – HC Kriens-Luzern 28:28 (16:16)
Kadetten Schaffhausen – HSG Konstanz 35:28 (20:16)

Noch nicht richtig im „Wettkampfmodus“: Zweitligist HSG Konstanz um Kreisläufer Sebastian Bösing – Foto: Peter Pisa
Gegen den letztjährigen Schweizer Meisterschaftsdritten HC Kriens-Luzern gelang der HSG Konstanz das mit Abstand beste Testspiel der aktuellen Vorbereitungsphase. Beim 28:28 (16:16)-Remis hatte Konstanz mit dem letzten Angriff sogar die Chance zum Sieg, konnte nach einer deutlichen Leistungssteigerung zu den vorangegangen Testpartien und einer wesentlich geringeren Fehlerquote aber zufrieden mit der Entwicklung sein. Ganz anders einen Tag später. Mit müden Beinen bei zwei Spielen in zwei Tagen machte es die HSG dem Schweizer Serienmeister und Champions-League-Dauerteilnehmer Kadetten Schaffhausen mit vielen technischen Fehlern viel zu leicht und unterlag 28:35 (16:20).

Noch am Freitag wähnte sich HSG-Cheftrainer Daniel Eblen auf dem richtigen Weg und war glücklich über die deutlich ansteigende Formkurve seiner jungen Mannschaft. Von Beginn an lieferten die Gastgeber vor erneut prall gefüllten Rängen in der Geschwister-Scholl-Halle dem EHF-Pokalteilnehmer einen offenen Schlagabtausch und konnte mit 3:2 vorlegen. Luzern konnte das Spiel zwar drehen (8:10), doch Konstanz überzeugte mit konzentriertem, viel präziserem Zusammenspiel als in den ersten beiden Testspielen und zeigte dabei mit einigen gelungenen, schnellen Spielzügen große Fortschritte im Angriff.

So mussten die Gastgeber kaum einmal einen leichten Treffer durch einen Tempogenstoß hinnehmen. Als sich Torwart-Neuzugang Lukas Herrmann direkt mit der ersten Parade beim ersten Wurf einfügte, konnten die Gelb-Blauen wieder zum 12:12-ausgleichen. Der gerade erst 19 Jahre alt gewordene Schlussmann, der von der MTG Wangen gekommen war, konnte sich auch danach mehrfach mit einigen spektakulären Paraden auszeichnen und feierte einen gelungenen Einstand im HSG-Trikot.

„Wir haben viel weniger Fehler gemacht“, merkte Daniel Eblen zufrieden an. „Und wenn man die Gegenstoßtore nicht bekommt, kommt man auch in der Abwehr in das Spiel. Das haben wir gegen Luzern viel besser gemacht. Natürlich gibt es überall noch viel Luft nach oben, gerade in unserem eigenen Gegenstoßspiel, daran müssen wir noch arbeiten, aber die bessere Abstimmung in der Abwehr war wichtig. Das war viel besser.“

Felix Gäßler mit einem strammen Wurf in den Winkel und Fabian Schlaich mit einem schönen Treffer aus spitzem Winkel sorgten schließlich für den 16:16-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel und einem Blockwechsel auf Konstanzer Seite legte Luzern wieder auf zwei Tore vor, die HSG glich zum 22:22 aus und hatte nach dem 26:28-Rückstand und dem 28:28-Ausgleich durch einen Siebenmeter von Paul Kaletsch im letzten Angriff sogar noch die Chance zum Sieg. Obwohl der Versuch eines Kempa-Tricks um wenige Zentimeter misslang, war Daniel Eblen schon ein wenig erleichtert.

Einen Tag später stand er gleich reihenweise sprachlos von der Auswechselbank auf, tigerte dahinter umher und schüttelte immer wieder den Kopf. Beim amtierenden Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen verfiel sein Team wieder in alte Muster und fütterte den in der Königsklasse erprobten hochkarätigen Gegner, bedingt auch durch müde Beine und die hohe Belastung, mit vielen unfreiwilligen Vorlagen und technischen Fehlern. Alleine sechs Gegentore in der ersten Halbzeit resultierten erneut durch Tempogegenstöße der gnadenlos effektiven Eidgenossen, die sich so in Überzahl schnell über 5:1 bis auf sechs Tore absetzen konnten (9:3, 10.).

Danach hatten die Gäste vom Bodensee eine gute Phase und konnten mit drei Treffern in Folge von Felix Klingler, Chris Berchtenbreiter und Tom Wolf wieder auf 11:13 verkürzen (19.). Als die Kadetten allerdings binnen weniger Minuten von 22:19 auf 27:19 stellten, war Eblen zeitweise der Verzweiflung nahe. Nur noch einmal, beim 24:29, konnte die HSG Konstanz etwas zusetzen, die letzten zehn Minuten nutzten die ausgeruhteren Hausherren jedoch zum letztlich deutlichen 35:28-Sieg. Lukas Herrmann konnte sich dabei immerhin noch mit einem weiten Wurf über das ganze Spielfeld in das leere-Kadetten-Tor auszeichnen.

„Nach fünf Minuten haben wir schon zwei Zeitstrafen zu verkraften“, schimpfte Daniel Eblen. „Zu viert gegen den Schweizer Meister zu beginnen ist natürlich schon eine Hausnummer. Aber davon abgesehen haben wir viel zu viele Fehler begangen, wenn ich alleine an unsere Passfehler denke. Immer, wenn wir langsam spielen, machen wir diese. Wenn wir schneller spielen sieht das besser aus.“ Dazu bemängelte er die Chancenverwertung und den fehlenden „Wettkampfmodus“ bei seinen Akteuren. „Die Saison kommt schneller als man denkt, wir hätten heute definitiv besser aussehen können“, so der 42-Jährige. „Klar dürfen wir Fehler machen, aber nicht in der Häufigkeit.“ Vor der dritten Trainingswoche mit täglich zwei Einheiten blickt er dennoch zuversichtlich nach vorne: „Wir arbeiten daran, dass die Sicherheit zurückkommt und alles etwas programmierter, selbstverständlicher abläuft. Dann sehe ich auch kein Problem, dass wir das in den Griff bekommen. Wir befinden uns weiter in einem Lernprozess, da müssen wir jetzt alle durch.“ Nächster Test ist am Mittwoch, 20.30 Uhr, in der Kreuzlinger Egelsee-Sporthalle gegen den Schweizer Meisterschafts-Fünften BSV Bern Muri.

HSG Konstanz gegen Kriens-Luzern: Maximilian Wolf, Lukas Herrmann (Tor); Fabian Schlaich (2), Benjamin Schweda, Tom Wolf (3), Paul Kaletsch (11/5), Felix Krüger (2), Fabian Maier-Hasselmann (2), Felix Gäßler (3), Tim Jud (3), Chris Berchtenbreiter (1), Sebastian Bösing (1), Felix Klingler, Julius Heil.
Zuschauer: 200.

HSG Konstanz bei den Kadetten Schaffhausen: Maximilian Wolf, Lukas Herrmann (1) (Tor); Fabian Schlaich (3), Benjamin Schweda (1), Tom Wolf (3), Paul Kaletsch (8/4), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (1), Felix Gäßler (3), Tim Jud (2), Chris Berchtenbreiter (3), Sebastian Bösing (1), Felix Klingler (2), Julius Heil.

Testspiele HSG Konstanz:
Mi. 2. August, 20.30 Uhr, Egelsee-Sporthalle Kreuzlingen: HSG Konstanz – BSV Bern Muri
Do. 10. August, 20 Uhr, Sporthalle GSS: HSG Konstanz – Pfadi Winterthur
Fr. 11. August, 20 Uhr, Sporthalle GSS: HSG Konstanz – HBW Balingen-Weilstetten II
Di. 15. August, 20 Uhr, Sporthalle GSS: HSG Konstanz – SV Salamander Kornwestheim
Mi. 16. August, 19 Uhr, Sporthalle Buchenwald: Fortitudo Gossau – HSG Konstanz
Kurzfristige Änderungen jederzeit möglich.

DHB-Pokal, 1. Runde am 19. und 20. August in Teningen:
Samstag, 19. August:
17:00 Uhr: SG Köndringen-Teningen – HC Elbflorenz Dresden
20:00 Uhr: HSG Konstanz – HSG Wetzlar
Sonntag, 20. August:
16:00 Uhr: Sieger Spiel 1 – Sieger Spiel 2

Spielplan in der 2. Handball-Bundesliga:
26.08.2017, 20:00 Uhr, Schänzle-Sporthalle: HSG Konstanz – ASV Hamm-Westfalen
02.09.2017, 19:00 Uhr, Castello Düsseldorf: HC Rhein Vikings – HSG Konstanz
09.09.2017, 20:00 Uhr, Schänzle-Sporthalle: HSG Konstanz – Eintracht Hildesheim


   

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