Handball-Zeitung

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TuS Kriftel und JSG Schwarzbach beim Partille Cup

Die JSG Schwarzbach berichtet:

Fotos: Pressedienst

Als einziges deutsches Team in der A Final Runde bei Girls 18, Achtelfinalist bei Boys 16. Überfallen, sexuell Belästigt und doch als Sportler gestärkt und zusammengewachsen. Aber der Reihe nach….

In der ersten Ferienwoche fuhren die weibliche A.- Jugend der TuS Kriftel sowie die männliche A.- und B.- Jugend der JSG Schwarzbach nach Göteburg zur inoffiziellen Jugendweltmeisterschaft, dem Partille Cup.
Die Vorfreude bei Spieler/ innen war riesengroß und keine/ r sollte enttäuscht werden. Die Busfahrt, bestens durchgeführt von Travel To go aus Gründau, selbst gefahren vom Eigentümer Hubert Müller war staufrei, ohne Komplikationen auf den Fähren. Die ein oder anderen Lieder wurden angestimmt und die Truppe hat sich gefunden.
Nach unserer Ankunft am Montag Vormittaghaben wir uns in zwei Sporthallen eingerichtet, geduscht und sind dann erst einmal los um den Jugendlichen die Örtlichkeiten zu zeigen. Heden, Valhalla, das Scandinavium und die Möglichkeiten von unserer Schule dort hin zu gelangen standen auf dem Programm. Einige von der langen Anreise doch sehr Beanspruchte haben dann nach ca. zwei Stunden schon wieder die Heimreise angetreten um unangenehm überrascht zu werden, wie sich herausstellen sollte.
Zurück auf dem Schulgelände mußten wir feststellen Opfer eines Überfalls geworden zu sein. Während unserer zweieinhalb Stunden Abwesenheit sind drei andere Busse angekommen, haben selbst dort eingecheckt und bei diesem ganzen hin und her konnten sich unbekannte die Zeit nehmen Laptops, Handys, Powerbanks, Geld und Ausweise zu stehlen. Ein kleiner Dämpfer, eine riesen Sauerei, aber nichts, was uns den Spaß nehmen konnte.
Am ersten Spieltag eröffnete dann die mB.- Jugend das Spielgeschehen in der ersten Runde gegen die kurz zuvor AK gemeldete Mannschaft aus Schweden. Nach einer unnötig knappen Niederlage siegten später die Blackstrawberries von Christian Albat in ihrem ersten Spiel und legten einen Kantersieg im Zweiten nach. Die Umgewöhnung auf das Spiel mit Harz gelang den Mädels sehr gut, gefördert auch dadurch, dass ein Teil der Spielerinnen auch bei 3. Liga Teams trainiert.
Die mA.- Jugend wurde im ersten Spiel kalt erwischt. Das ungewohnte Harz, der körperlich überlegene Gegner und die noch nicht so ganz abgeschüttelten Reisestrapazen ließen die von unserem FSJ’ler Moritz Weißbeck betreuten Jungs gegen den späteren dritten der Vorrundengruppe keine Chance. Im zweiten Spiel des Tages kam dann ein verdienter Sieg gegen einen schlagbaren Gegner heraus, es wurde schön kombiniert, auch mal etwas ausprobiert.

Am Mittwoch hatten die Krifteler Mädels den Beginn und siegten gleich weiter. Die Niederlage im darauffolgenden Spiel ging in Ordnung, es ging zwar um den Gruppensieg doch der Gegner warf einfach mehr in die Waagschale und wußte durch körperbetontes und sicheres Spiel zu überzeugen.
Die mA.- Jugend hatte nur ein Spiel auf dem Programm. Selbst nur mit sieben Spielern angereist, darunter drei Torleute, Jannik Pfeffer hat alles gegeben als Kreisläufer, wurde die Truppe, wenn möglich, mit Spielern aus der eigenen B.- Jugend aufgefüllt. Die körperliche Überlegenheit ließ allerdings keine Zweifel offen wer dieses Spiel gewinnen würde. Die Jungs haben sich aber nie versteckt, auch Kempa Pässe gespielt und immer wieder ihren Mann gestanden.
Die mB.- Jugend hatte auch zwei Spiele auf dem Programm, die in Boys 16 gemeldeten Gegner hatten Spieler in ihren Reihen die doch wie sehr ausgewachsene 16 Jährige ausgesehen haben. Hier gab es nichts zu holen außer Selbstvertrauen aus guten eigenen Aktionen. Der Kampf wurde angenommen und jeder warf alles in den Ring, was er zu geben hatte.
Am Donnerstag hatten dann die Blackstrawberries nur ein Spiel auf dem Programm stehen. Dieses wurde Kräfte sparend gewonnen, in der A Finalrunde konnte von den Krifteler Mädels einzig und allein die deutsche Fahne in der Kategorie Girls 18 vertreten werden. Man muß aber auch hier zugeben, wenn diese Mädels alle noch A.- Jugendliche waren, dann laufen in Skandinavien reihenweise A Jugend Mannschaften herum die die hessische Oberliga halten bis rocken können. Aus sportlicher Sicht war es für uns Trainer eine Augenweide, die oft zur Schau getragene spielerische und athletische Überlegenheit anderer Mannschaften zu bestaunen. Man kann aber auch als junger Handballer einen guten Eindruck bekommen, was sportlich doch so alles möglich ist in unserem geliebten Handballsport.
Für die Boys 18 gab es im ersten Spiel nichts zu holen, im zweiten wäre mehr möglich gewesen. Es haben wegen dem parallel ausgetragenen Spiel der Boys 16 leider die Alternativen gefehlt. Es wäre mehr drin gewesen.

Das Spiel der Jungs von Stefan Raumer auf dem Center Court Platz Heden 1 gegen den dänischen Gruppensieger war ein Brett! Die schiere körperliche Überlegenheit konnte ein Blinder ohne Krückstock erkennen, alleine der dänischen Mittelspieler mit der 80 auf dem Rücken (soviel hat der zwei Meter Hühne vor zwei Jahren mal gewogen) war so flexibel, technisch brilliant. Das handballbegeisterte Publikum honorierte aber den Willen der Nachwuchs Schwarzbach Handballer mit anerkennendem Beifall zu guten Aktionen. Zur Halbzeit lagen wir nur 3 Tore zurück. Ausgerechnet in diesem Spiel düpierte Jannik Göttert den gegnerischen Torwart mit dem „Tor des Turniers“. Er zwang ihn in die flache Abwehrbewegung bei einem Sprung die Grundlinie entlang, knickte bei voll durchgezogenem Armzug sein Handgelenk ab und platzierte einen Dreher mitten im Torraum, der nach Bodenkontakt direkt ins Tor schnalzte. Applaus kam für diesen Treffer nicht nur vom Torhüter selbst, die halbe Tribüne stand auf und feierte diesen Treffer.

Am Freitag hieß es dann KO Runde. Nachdem am Abend zuvor alle Regeln des Fairplays und dem menschlichen Miteinander von den Volunteers aus unserem Küchenteam an der Schule gebrochen wurden, eben diese sind in die Duschräume der Mädchen eingedrungen und haben sie auch danach noch sexuell belästigt, lieferten die Mädels in der A Finalrunde gegen die zweite Mannschaft des Gastgebers einen großen Kampf, waren aber letzten Endes chancenlos. In der Abwehr konnten sie teilweise dagegenhalten, vorne war es aber leider zu wenig. Diese klar bessere Mannschaft wurde im 1/8tel Finale übrigens mit 20:10 abgekanzelt und dieser scheinbare Übergegner konnte auch nur Zweiter werden in der Kategorie Girls 18. Das zeigt vielleicht am Besten, wieso so viele Handballbegeisterte, Trainer, Spieler, Fans und natürlich auch Scouts jedes Jahr aufs Neue nach Göteborg reisen um schönen Sport oder Talente von morgen zu sehen.

Die Jungs von Moritz Weißbeck waren in ihrem ersten KO Spiel in der B Runde auch chancenlos. Der Gegner leistete sich kaum einen Fehlpass, schloß konsequent ab und zog verdient in die nächste Runde ein. Die Jungs haben sich ordentlich aus dem Turnier verabschiedet, jeder konnte sich in die Torschützenliste eintragen.

Der Wunsch bei den B.- Jugendlichen war klar:“Endlich den ersten Sieg im Ausland holen!“ Wenn man auch ehrlich zugeben muß, daß es sich bei den Vorrunden Gegnern vermutlich wohl kaum um sechzehnjährige gehandelt hatte, so der Eindruck. Auch der Gegner in der B-KO Runde kam körperlich groß und stark daher, der Abstand war aber nicht so deutlich wie zuvor. Der Trainer machte seinen Jungs klar, daß es niemanden interessiert wie die Ergebnisse bisher waren und die Spieler beherzigten das. Trotz des 0:3 Fehlstarts gaben sie nie auf und kämpften sich in diese Partie. Schon gegen Ende der ersten 15 Minuten hatten wir klar Oberwasser, doch die zweite Hälfte war ja auch noch zu absolvieren. Der Trainer ermahnte seine Spieler in der Pause auf Einläufer und gegebenenfalls verändertes Kreisläuferspiel gegen unsere extrem offene 3:3 Deckung zu achten, doch der Gegner konnte nichts zulegen. Eine überragende Deckungsleistung gepaart mit unbändigem Willen waren der Grundstein zum deutlichen 19:12 und gleichzeitig zum ersten 1/8tel Finaleinzug bei der ersten Turnierteilnahme des Partille Cups.

Die Isländer die uns im Achtelfinale dann unsere Grenzen aufzeigten spielten einen brutal präzisen und effizienten Handball, vorne wie hinten. Sie ließen sich weder durch den einsetzenden Regen, der uns in Paß- und Abschlußqualität erheblich störte, noch durch die späte Anwurfzeit um 18:25 Uhr aus der Ruhe bringen. Zugegeben sie starteten an diesem Tag erst am Mittag, wir waren da schon seit 10,5 Stunden auf den Beinen. Wir könnten neidlos anerkennen, daß uns der Gegner überlegen war und gingen zwar geschlagen aber glücklich nach Hause.

Die Unterstützung untereinander war phänomenal, der Verein und die Jugendspielgemeinschaft sind wieder ein Stück mehr zusammengewachsen. Die ersten Rufe nach Wiederholung wurden schon auf der Rückfahrt geäußert und da die Betreuer um Moritz Weißbeck, Jacqueline von Moltke, Christian Albat, Marius Krüger und Stefan Raumer einen ebenso guten Eindruck von diesem Ausflug mit zurück genommen haben steht einer zweiten Auflage im nächsten Jahr wohl nur der schnöde, alte Mammon im Weg. Denn sowohl der Förderverein der TuS Kriftel sowie die beiden Trägervereine der JSG werden nicht in jedem Jahr Zuschüsse in dieser Größenordnung geben können, zumal für das nächste Jahr auch erst einmal ein ähnliches Projekt für die jüngeren Jugendmannschaften auf dem Zettel der Verantwortlichen steht. Heißt aber auch, wenn unsere Eltern ein paar €uronen mehr zahlen können ist wieder alles möglich.

Vi älskar Partille Cup, World of Handball


   

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