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Viermal Bundesliga in Folge: HSG Konstanz holt sich fünftes Ticket für Liga eins

Die HSG Konstanz berichtet:

Schluss mit Spannung, stattdessen riesiger Jubel – die A-Jugend der HSG Konstanz hat bei der Endrunde der Bundesliga-Qualifikation als die Mannschaft des Turniers mit drei klaren, sehr souveränen Siegen in drei Partien die vierte Bundesliga-Teilnahme in Folge sichergestellt.

Ziel erreicht: Große Freude bei der A-Jugend der HSG Konstanz nach der fünften Qualifikation für die Jugend-Bundesliga. – Foto Andreas Joas
Insgesamt 93:61 Tore, also ein Torverhältnis von plus 32 in nur drei Begegnungen – die HSG Konstanz war das überragende Team des sieben Mannschaften umfassenden Teilnehmerfeldes in Ahlen/Westfalen. Nach Erfolgen mit tollen Mannschaftsleistungen und hervorragender Abwehrarbeit gegen Budenheim (35:18), Nettelstedt (33:28) und als Gruppensieger im Endspiel gegen Harsewinkel (25:15) spielt die HSG in der Saison 2016/17 damit zum fünften Mal in der sechs Jahre bestehenden Jugend-Bundesliga. Eine Erfolgsbilanz, die lediglich fünf Vereine im Süden Deutschlands aufweisen können.
„Die Freude war riesengroß“, schilderte HSG-Trainer Thomas Zilm die Szenen nach Schlusspfiff der dritten Partie, als alle Dämme brachen. „Eine unbeschreibliche Stimmung“, so Zilm, als alle Anspannung der letzten Wochen von Spielern, Trainern und Betreuern abfiel. 12 Spiele musste Konstanz für den Weg in die Eliteklasse des Jugendhandballs insgesamt absolvieren, nur zwei Niederlagen kassierte die junge HSG-Mannschaft auf diesem Weg – und musste dennoch bis in die letzte Runde des Qualifikationsmarathons. Sieben Mannschaften hatten bei der bundesweiten Endrunde der Qualifikation noch die allerletzte Chance auf eines von nur noch zwei zu vergebenden Bundesliga-Tickets. Großer Druck lastete so schon vor dem ersten Anpfiff auf allen Akteuren. Wie die bereits am Freitagmittag nach Ahlen/Westfalen angereiste A-Jugend der HSG Konstanz damit umging, hatte aber alle begeistert.

Mit einer hervorragenden Mannschaftsleistung, guten Torhütern und sehenswertem Tempospiel wurde Budenheim, vom Trainerteam Thomas Zilm/Christian Korb optimal eingestellt, gleich im ersten Match mit 35:18 überrollt. Konstanz toppte damit sogar das vorangegangene 32:22 des zweiten HSG-Gruppengegners Nettelstedt gegen die Rheinland-Pfälzer und benötigte im direkten Aufeinandertreffen am Samstagabend somit nur noch ein Remis zum Gruppensieg.

Budenheim wurde dabei schon in den Anfangsminuten mit aggressiver, schneller Abwehrarbeit enorm unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen – der Grundstein für spektakuläres Tempospiel über die schnellen Außen der HSG Konstanz. Bereits zur Halbzeit war der Vorsprung beim 18:10 komfortabel. Und Konstanz ließ zu keiner Zeit locker. Der Druck auf Budenheim blieb hoch und ein HSG-Schnellangriff über die erste und zweite Welle nach dem anderen fegte über die Mainzer Vorstädter hinweg. Thomas Zilm war beeindruckt: „Das war Tempohandball nonstop.“ Bis zum 35:18-Endstand nach 50 Spielminuten.

Das zweite Match gegen Nettelstedt bescherte den beiden Trainern Dirk Beuchler und Thomas Zilm, die 1992/93 zusammen bei der SG Wallau/Massenheim in der 1. Bundesliga gespielt hatten, ein Wiedersehen. Die Partie war allerdings hart umkämpft, intensiv und emotional geführt. Konzentration, Schnelligkeit und Kampfgeist war es, was der HSG immer wieder zu Ballgewinnen in der eigenen Hälfte verhalf. Mit ständigem Pressing und sicherem Umschaltspiel wurden die körperlich starken Nettelstedter gezwungen, das hohe, kräftezehrende Tempo mitzugehen. Zur Pause hatte sich Konstanz einen Drei-Tore-Vorsprung erarbeitet (16:13).

Nettelstedt fiel es mit zunehmender Spieldauer immer schwerer, den pfeilschnell vorgetragenen Angriffen Paroli zu bieten. Selbst ein sehr defensives Abwehrverhalten konnte den Konstanzer Spielfluss nicht stoppen, sodass die HSG stets mit drei bis vier Toren in Front lag. Mit dem 33:28-Endstand war nicht nur der Gruppensieg erreicht, sondern das Selbstvertrauen der Zilm-Equipe wuchs weiter. „Das war eine wichtige Erkenntnis für das gesamte Team“, erklärte der HSG-Coach. „Jeder hat gesehen, dass wir selbst gegen vermeintlich kompaktere, körperlich überlegene Mannschaften durch begeisternden Geschwindigkeitshandball als Sieger vom Platz gehen können.“

Gesagt, getan. Im alles entscheidenden Endspiel gegen den Gruppenzweiten der Parallelgruppe, die TSG Harsewinkel, knüpften die Konstanzer am Sonntagmorgen nahtlos an die starken Vorstellungen des Vortages an. Waren die Auftritte bislang meist nichts für schwache Nerven, so sorgten die HSG-Akteure nun abermals schnell für klare Verhältnisse. Obwohl die TSG von einer großen Fanschar unterstützt wurde, Harsewinkel liegt nur 40 Kilometer von Ahlen entfernt, diktierte wiederum Konstanz das Spielgeschehen. Aus einer beweglichen, aggressiven Abwehr heraus wurde erneut das gefährliche Tempospiel aufgezogen, aber auch das Positionsspiel im Angriff funktionierte gut. Stück für Stück setzte sich die HSG auf 11:6 zur Pause ab.

Und scheinbar hatten die Konstanzer genug vom Nervenkitzel der vergangenen Wochen, denn der Torhunger der Mannschaft vom Bodensee war unersättlich. Das Tempo blieb ungemein hoch, jeder Spieler übernahm Verantwortung und jede gelungene Aktion wurde von der Auswechselbank lautstark gefeiert. „Diese mannschaftliche Geschlossenheit zeichnet uns aus und macht uns stark“, hatte Thomas Zilm beeindruckt registriert. „Das Team hat sich selbst immer weiter nach vorne gepusht und das Tempo immer und immer weiter enorm hoch gehalten.“ Zittern mussten die HSG-Trainer dieses Mal zu keinem Zeitpunkt, der Vorsprung war schnell auf acht bis zehn Tore angewachsen. Harsewinkel kämpfte zwar weiter verbissen, hatte aber gegen bärenstarke Konstanzer keine Chance. 25:15, Schlusssirene – und der laustarke Konstanzer Fanblock war völlig aus dem Häuschen, während die Spieler wild durch die Halle tobten.

Das zweite Bundesliga-Ticket ging an die der HSG Konstanz unterlegene JSG Nettelstedt. Die HG Oftersheim/Schwetzingen, beim Turnier in Konstanz noch jene Mannschaft, die einen Konstanzer Heimerfolg zunichtemachte, scheiterte klar mit 13:21 an den Ostwestfalen. Konstanz darf sich nach einer tollen Entwicklung in den letzten Wochen, als man Woche für Woche stärker wurde, auf eine weitere Spielzeit mit wöchentlichen Duellen gegen die besten Nachwuchsmannschaften des Landes freuen. Trainer Thomas Zilm betonte, wie wichtig dies für die jungen HSG-Talente sein wird: „Die Jungs haben sich von Training zu Training verbessert. Uns hat jeder Tag zusammen gut getan. Wir mussten schließlich viele Neuzugänge und junge Spieler integrieren.“ Mit diesem Potenzial sei die Bundesliga sehr wichtig für die Spieler. „Wir haben gezeigt, dass wir mithalten und uns vor allem weiterentwickeln können. Die Bundesliga wird allen gut tun.“ Allerdings steht davor viel Schweiß und Arbeit. Bereits in einer Woche wird er zusammen mit Christian Korb wieder zum Training und zur Vorbereitung bitten. „Drauf freuen sich alle, dort werden wir weiter unser Konzept erarbeiten“, verabschiedete er sich mit einem verschmitzten Lächeln zum Feiern.


   

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