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Bärenstarker Rückhalt: Torhüter der HSG Konstanz mit toller Saison

Die HSG Konstanz berichtet:

Nach einer phänomenalen Meistersaison mit überwältigender Euphorie ist die Vorfreude in Konstanz und der Bodenseeregion auf Bundesligahandball in der stärksten zweiten Liga der Welt riesengroß. Als Außenseiter wartet eine enorme Herausforderung und eine schwere Saison mit 38 Spielen im insgesamt vierten Zweitliga-Jahr auf die HSG Konstanz.

Fotos: Peter Pisa – Pressedienst HSG Konstanz
Die weiße Fahne hisst im Konstanzer Lager dennoch niemand. Man möchte mit einem der jüngsten Teams der Liga an den Aufgaben wachsen und mit gleicher Begeisterung, Leidenschaft und Entschlossenheit wie im vergangenen Spieljahr die Rolle als Außenseiter nutzen – und wird von den gewonnenen Erfahrungen auf jeden Fall profitieren. Das Ziel ist dabei klar: Klassenerhalt.
Was Zusammenhalt und eine rasante Entwicklung junger, leistungswilliger Talente bewirken können, hat Konstanz jedoch schon einmal unter Beweis gestellt. Wenige rechneten mit dem Meistertitel und dem Aufstieg in Liga zwei – nach durchgehender Tabellenführung seit Oktober 2015. Zudem kann die Fans in der größten Stadt am Bodensee positiv stimmen, dass einige der jungen, hungrigen Talente der HSG bereits auf dem allerbesten Weg sind, sich mit von Spiel zu Spiel konstant stärker werdenden Leistungen einen Namen im Handball zu machen. Der vielversprechende nächste Schritt einer tollen Entwicklung?

Das beste Beispiel dafür sind die Schlussmänner der Eblen-Equipe. Wenn nach dem großen Umbruch vor der aktuellen Saison bei der HSG Konstanz etwas für Aufsehen sorgte, dann nämlich die Besetzung der vakanten Torhüter-Position. Mit Konstantin Poltrum und Stefan Hanemann konnte der Sportliche Leiter Andre Melchert gleich zwei Nationaltorhüter nach Konstanz locken. Poltrum, den damaligen Junioren-Nationaltorwart sowie Bronzemedaillengewinner bei der Junioren-WM 2013, und Hanemann, den Schlussmann der DHB-Jugend-Nationalmannschaft.

Damals meinte Melchert noch: „Es ist sicher mutig von uns, auf zwei solch junge Torleute zu setzen.“ Mut, den viele Vereine nicht aufbringen. Deshalb sah Poltrum (22) seine Zukunft nicht mehr beim TV Hüttenberg, sondern in Konstanz. Nach 29 Spielen mit nur 744 Gegentoren, dem drittbesten Wert der Liga, lässt sich sagen: Der Mut wurde mehr als belohnt – für beide Seiten. So spricht HSG-Präsident Otto Eblen von einer „unglaublichen Verstärkung“ und sein Sohn, Cheftrainer Daniel Eblen, verteilte regelmäßig Sonderlobe an seine Torleute, die immer wieder sein Ass im Ärmel waren. Die beiden Torhüter dankten die vielen Spielanteile, das große Vertrauen sowie die vielen Chancen zum Beweis ihres großen Könnens mit eindrucksvollen Leistungen und betonten stets, wie pudelwohl sie sich fühlen. Konstantin Poltrum schwärmt von den Lebensbedingungen in Konstanz: „Landschaft und Stadt sind ein Traum. Die Schänzle-Sporthalle liegt direkt am See. Nach dem Training geht’s zur Erfrischung in den See. Wo ist das sonst möglich?“

Wozu dies alles und die frenetische Unterstützung von im Schnitt immer mehr als 1000 Zuschauern bei jedem Heimspiel in der „Schänzle-Hölle“ führt, übrigens deutlicher Liga-Bestwert, sollte sich schon nach wenigen Partien zeigen. Das blutjunge Torhütergespann, so jung es auch ist, zeichnete sich als ein wahrer Trumpf für die HSG Konstanz aus. Immer konstant gut, immer der starke Rückhalt, den die traditionell auf eine gute Defensive bauende HSG benötigt. Oft 20 oder mehr Paraden standen in den Statistiken von Konstantin Poltrum – bei im Schnitt weniger als 26 Gegentreffern. Eine unfassbar gute Quote, vor allem in der gezeigten Konstanz. Und wenn der 1,95 Meter große Gummi-Mann mit seinen vielen schnellen Bewegungen und katzenhaften Reflexen einmal nicht mit den gegnerischen Schützen zurechtkam, sprang sofort der 20-Jährige Stefan Hanemann ein.

Ein ganz anderer Typ als Poltrum und genau deshalb exakt die richtige Antwort für die Angreifer des Gegners. Mit stoischer Ruhe, weit ausgebreiteten Armen und seinen 1,98 Metern Körpergröße lehrte er die Werfer der 3. Liga in seinem ersten Jahr im Herrenbereich das Fürchten. Als er vom Erstligisten HSG Wetzlar im vergangenen Sommer per Zweitspielrecht in die größte Stadt am Bodensee kam, waren die ehrgeizigen Ziele des Sport- und Russisch-Studenten sofort im ersten Training zu erkennen. Die Bundesliga und die Nationalmannschaft sollten es – wie bei Konstantin Poltrum – sein, so der Wunsch des neuen HSG-Schlussmanns. Beides wurde nun – zumindest zum Teil – schon jetzt Realität. In der deutschen Junioren-Nationalmannschaft zählt er längst zu den Stammkräften und darf nach erfolgreicher Qualifikation im Sommer wohl um die Medaillen bei der U-20-EM spielen. Danach wartet die 2. Bundesliga auf ihn – im zweiten Jahr bei den Herren. Eine rasante Entwicklung, die nur wenigen Handball-Torhütern, die meist erst nach ein paar Jahren Erfahrung ihre ganze Stärke entfalten, gelingt.

Überhaupt wird die 2. Bundesliga für die jungen Torhüter der HSG Konstanz eine ganz neue Herausforderung, eine, bei der sehr viel Arbeit auf die beiden Talente zukommen wird. Zusammen mit ihrem in der 3. Liga gefürchteten Abwehrverbund – dem jedoch zugleich mit Abstand fairsten mit den wenigsten Zeitstrafen der Südstaffel – jedoch eine, auf die sich beide ganz besonders freuen. Poltrum: „Das Feuer brennt in mir. Ich möchte weiter kontinuierliche Schritte in meiner Entwicklung machen. Die Position des ersten Torwarts bei einem Zweitligisten zu besetzen, ist der nächste. Diese Chance habe ich jetzt.“ Für Konstantin Poltrum gibt es dann auch ein Wiedersehen mit dem ebenfalls aufgestiegenen TV Hüttenberg. Dann im HSG-Trikot und als Konstanzer Spielverderber. Mit über 20 Paraden dürfte sich das wohl jüngste Torhütergespann der 2. Bundesliga über den nächsten Coup freuen. Mut, der belohnt wird. Wer weiß, welchen Namen sich die beiden in der zweiten oder ersten Liga noch machen werden.


   

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