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TV Hochdorf – HSG Konstanz

Die HSG Konstanz informiert:

HSG Konstanz kurz vor Meisterschaft: Nach feurigem Gipfeltreffen in Leutershausen Spitzenspiel in Hochdorf

Fünf aus sieben: Rechtsaußen Fabian Maier-Hasselmann überzeugte mit starken Nerven im wichtigen Gipfeltreffen. – Foto: Peter Pisa – Pressedienst HSG Konstanz
Es war ein denkwürdiges Gipfeltreffen, das Aufeinandertreffen der Zweitplatzierten SG Leutershausen und Spitzenreiter HSG Konstanz. Eines, das beiden Vereinen noch länger in Erinnerung bleiben wird. Spannend, emotional und hochdramatisch – und trotz der großen Bedeutung angesichts der Tabellenkonstellation und des Meisterschafts-Matchballs der Gäste aus Konstanz ein hochklassiges. Ein Handball-Fest, wie beide Parteien nach dem Schlusspfiff beim Stand von 28:28 (15:14) urteilten. Dazu mit dem einzig richtigen Endresultat, wie Matthias Stocker befand: „Das Remis fühlt sich gut an. Ich habe schon viele Schlachten geschlagen, aber ein gerechteres Unentschieden habe ich noch nicht miterlebt.“

Und eines, in dem richtig Feuer drin war. Dafür sorgte nicht nur der Endspiel-Charakter für die Gastgeber, sondern auch markige Sprüche im Vorfeld vom Herausforderer aus der Kurpfalz. „Aus der Halle fegen und verprügeln“ wolle man den Spitzenreiter, so war aus Leutershausen zu vernehmen. Ein Unterfangen, das nicht gelingen sollte. Obwohl in der 40. Minute tatsächlich der Heimsieg nach starkem Zwischenspurt möglich schien. 21:17 lag der Herausforderer nach zwischenzeitlicher Drei-Tore-Führung der Gäste da in Front und wähnte sich schon vor dem Heimsieg und einer bei einem Heimsieg spannenden Saisonendphase. Stocker: „Da war richtig Feuer drin, beide Mannschaften wollten mit unbedingtem Willen und bedingungslosem Einsatz den Sieg.“ Und trotzdem hatte der Konstanzer Spielmacher „ein tolles Handballspiel und „keinen bloßen Kampf und Krampf“ gesehen. „Die Zuschauer haben einige geile Dinge im Angriff und der Abwehr geboten bekommen“, so der vierfache Torschütze.

„Natürlich war in den letzten zehn Minuten auch der ganz große Wurf mit einem Sieg drin“ erklärte hingegen der Konstanzer Rechtsaußen Fabian Maier-Hasselmann nach der Partie. „Aber am Ende ist das Remis verdient, weil die SGL unglaublich dagegen gehalten hat. Angesichts der Ausgangslage ist dies für uns daher ungeachtet der letzten Minuten ein gewonnener Punkt.“ Er selbst hatte mit fünf Toren bei sieben Versuchen dabei großen Anteil am irren Comeback der HSG Konstanz zum 21:21. Genau dann als es darauf ankam, war er genauso wie Linksaußen Fabian Schlaich trotz der Kritik der letzten Wochen mit einer ganz starken Leistung und großer Nervenstärke zurück. „Ich freue mich, dass ich nach einer für mich persönlich schlecht verlaufenen Saison der Mannschaft wieder so gut helfen konnte. Die Mannschaft und der Trainer haben mir wieder Selbstbewusstsein eingeimpft, das spielt die größte Rolle auf Außen.“

Der besondere Zusammenhalt des verschworenen Kollektivs der HSG Konstanz zeigte sich dabei schon vor Spielbeginn, wie Maier-Hasselmann erzählt. „Paul kam vor dem Spiel zu mir und meinte: Das wird heute dein Spiel.“ Recht hatte er, der nervenstarke Rückraumkanonier. Matthias Stocker verteilte ein Extra-Lob an die überzeugenden Außen der HSG: „Mein größter Respekt wie die beiden heute auf den Punkt da waren, als es um so viel ging. Leutershausen hat wohl die Würfe von Außen gewollt und hat sich damit selbst eine Falle gestellt.“

Schließlich war die HSG der vorzeitigen Süddeutschen Meisterschaft schon ganz nahe, als in teilweise doppelter Unterzahl die 27:25-Führung (56.) gelang und Kaltesch sein Team mit 28:27 in Front gebracht hatte. Trotzdem war der Punkt vor allem auch das Verdienst der 150 frenetisch mitgehenden HSG-Fans, die Konstanzer Heimspiel-Atmosphäre in die trotz der Konstellation nicht ausverkaufte Heinrich-Beck-Sporthalle zauberten. Michael Oehler war nach wieder einmal bärenstarker Abwehrleistung und einem wichtigen Treffer in der Schlussphase angesichts dieser Rückendeckung fast sprachlos: „Die Stimmung war grandios, da schießt nach jedem Tor das Adrenalin nach oben und gibt dir einen Extra-Schub, wenn die eigenen Fans dermaßen laut jubeln.“

Jubeln konnten nach dem Schlusspfiff dabei beide Mannschaften, die den Zuschauern mit einer tollen Vorstellung ein begeisterndes Handballspiel geboten hatten und nun beide – obwohl die Meisterschaft noch nicht ganz entschieden ist – vor dem direkten Aufstieg in die 2.Bundesliga stehen. Nach derzeitigem Stand ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass für den Tabellenzweiten im Süden kein Relegationssieg nötig sein wird. Die Aussicht auf ein Wiedersehen im Bundesliga-Unterhaus in der nächsten Saison ließ den zehnmal erfolgreichen und in dieser Saison sieglos gegen die HSG gebliebenen SGL-Shooter Stefan Salger gleich zur nächsten Kampfansage verleiten: „Wenn’s gut läuft, dann treffen wir nächste Saison wieder auf Konstanz und dann hauen wir sie eben dann weg.“ Feuer wäre damit auch im nächsten Duell beider Teams garantiert, nachdem Konstanz einmal knapp mit 24:23 die Nase vorne hatte und es zuletzt keinen Sieger beim 28:28-Remis gab – der erste Punktverlust in eigener Halle im Jahr 2016 für die SGL.

Zuvor muss er mit seiner Mannschaft am heutigen Mittwoch (20 Uhr) beim Tabellendritten Hochdorf jedoch erst einmal Taten folgen lassen. Am Samstag ist die HSG Konstanz dann um 19 Uhr im Spitzenspiel zu Gast in der Pfalz, während Leutershausen sich nach dem Nachholspiel in Zweibrücken (18 Uhr) beweisen muss. Gerade der TV Hochdorf könnte nach starker Rückrunde das Zünglein an der Waage sein und die Meisterschaft endgültig entscheiden – oder das Rennen weiter offenhalten. Die Konstanzer Blicke werden deshalb nicht nur am Samstag gebannt in das Sportzentrum des TV Hochdorf gerichtet sein.

Die ausführlichen Stimmen zum Gipfeltreffen in Leutershausen:

Rechtsaußen Fabian Maier-Hasselmann, fünffacher Torschützte bei sieben Versuchen nach starker Partie:

„Die Fans waren einfach überragend. Wir haben es durch Unterzahlsituationen am Ende nicht geschafft, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Allerdings verfügt Leutershausen mit Jochen Geppert und Stefan Salger über unglaubliche Qualität im Rückraum, da kommt der Wurf trotz großer Bedrängnis trotzdem noch platziert in die Ecke. Das war sehr schwer zu verteidigen, dennoch haben wir das größtenteils sehr gut gemacht. Natürlich war in den letzten zehn Minuten auch der ganz große Wurf mit einem Sieg drin, aber am Ende ist das Remis verdient, weil die SGL unglaublich dagegen gehalten hat. Angesichts der Ausgangslage ist dies für uns daher ungeachtet der letzten Minuten ein gewonnener Punkt. Wir wollen nun so schnell wie möglich alles klar machen und freuen uns auch, wenn es am Mittwoch so weit sein sollte, obwohl wir heute gerne mit unseren sagenhaften Fans gefeiert hätten. Ich freue mich, dass ich nach einer für mich persönlich schlecht verlaufenen Saison der Mannschaft wieder so gut helfen konnte. Die Mannschaft und der Trainer haben mir wieder Selbstbewusstsein eingeimpft, das spielt die größte Rolle auf Außen. Paul kam vor dem Spiel zu mir und meinte: Das wird heute dein Spiel. Das zeichnet uns aus, denn wir sind eine verschworene Gemeinschaft, in der jeder alles für den Anderen gibt.“

Michael Oehler, Stütze in der Abwehr und mit wichtigem Tor in der Schlussphase:

„Am Ende fehlt uns ein Tor – allerdings hat Leutershausen am Ende die allerletzte Chance und wir können froh sein, dass Konsti den Ball noch gehalten hat. Davor haben wir einige Chancen zum Sieg ausgelassen. Klar, wir hätten gerne schon heute gefeiert, aber die Ausgangsposition durch das Unentschieden ist hervorragend. Die Stimmung war grandios, da schießt nach jedem Tor das Adrenalin nach oben und gibt dir einen Extra-Schub, wenn die eigenen Fans dermaßen laut jubeln. Ich habe uns in der ersten Halbzeit eigentlich stärker als Leutershausen gesehen, in der zweiten kam dann eine Schwächephase. Wie wir dank einer tollen Abwehrleistung und der Treffsicherheit unserer Außen zurückgekommen sind war dann richtig stark. Am Ende ist das Remis das gerechte Ergebnis, weil auch die SGL nie aufgegeben und immer weitergekämpft hat. Man hat gesehen, dass heute viel auf dem Spiel stand und ein gewisser Druck auf beiden Mannschaften lastete.“

Paul Kaletsch, sechsfacher Torschütze:

„Nach einem Vier-Tore-Rückstand können wir diesen Punkt hier heute feiern, der war wichtig. Ich habe zu diesem Zeitpunkt in unsere Gesichter gesehen und doch etwas Verunsicherung gesehen. 28 erzielte Tore gegen die zweitbeste Abwehr der Liga in fremder Halle sind dagegen top. Es war das erwartete Spitzenspiel, in dem wir kühlen Kopf bewahrt haben. Ich bin froh, dass wir doch so abgezockt gespielt haben. Beide Teams hätten den Sieg verdient gehabt, daher ist das Remis gerecht und beide müssen damit zufrieden sein. Eine Siegesfeier wäre schön gewesen, wir müssen aber bescheiden bleiben und dürfen nicht zu gierig sein. Leutershausen hat eben auch viel Qualität und mentale Stärke.“

Daniel Eblen, Cheftrainer der HSG Konstanz:

„Diese Partie war ein Spiegelbild der Saison. Wie einige Spiele stand es auch heute Spitz auf Knopf. Das hat uns in dieser Saison geprägt, daher wussten wir, wie wir damit umgehen mussten. Wir sind stolz auf die Jungs. In der zweiten Halbzeit konnten wir die Last auf mehrere Schultern verteilen, haben uns durchgebissen und waren mental voll da. In der zweiten Hälfte hatten wir daher noch einiges an mentaler und physischer Energie zur Verfügung. Letztlich ist das Unentschieden gerecht, hier geben Kleinigkeiten den Ausschlag. Wir haben unterschiedliche Spielweisen gesehen, wo Leutershausen mit schnellen Vorbereitungen seine Rückraum-Werfer in Position gebracht hat, während wir doch etwas mehr Aufwand für unsere Tore betreiben mussten. Solch intensive Spiele leben nicht von der Taktik oder der Strategie, hier entscheiden die Emotionen. Wir haben uns wieder gefangen, deshalb bin ich zufrieden und stolz, wie unsere Jungs hier bei diesem Gegner bestanden haben.“

Matthias Stocker, vierfacher Torschütze:

„Das Remis fühlt sich gut an. Ich habe schon viele Schlachten geschlagen, aber ein gerechteres Unentschieden habe ich noch nicht miterlebt. Da war richtig Feuer drin, beide Mannschaften wollten mit unbedingtem Willen und bedingungslosem Einsatz den Sieg. Trotzdem war das heute ein tolles Handballspiel und kein bloßer Kampf und Krampf. Die Zuschauer haben einige geile Dinge im Angriff und der Abwehr zu sehen bekommen. Die unglaubliche Wurfkraft der SGL war sehr schwer zu verteidigen. Wir müssten es spielerisch lösen und hatten mit Paul und Mathias Riedel zwei zuverlässige Schützen – ebenso wie von Außen durch Fabian Schlaich und Fabian Maier-Hasselmann. Mein größter Respekt, wie die beiden nach der Kritik der letzten Wochen heute auf den Punkt da waren, als es um so viel ging. Leutershausen hat wohl die Würfe von Außen gewollt und hat sich damit selbst eine Falle gestellt. Einen Punkt aus Leutershausen zu entführen hat bislang nur eine Mannschaft im Jahr 2016 geschafft, deshalb können wir stolz auf unsere Leistung sein. Die Stimmung der HSG-Fans hat alles getoppt, was ich bisher erleben durfte. So etwas habe ich noch nie erlebt, daran werde ich mich sicher mein ganzes Leben erinnern. Absolut gigantisch, unsere Fans haben das wieder einmal zu einem Heimspiel gemacht. Einfach Gänsehaut pur, eigentlich gibt es dafür keine Worte. Da lief es dir bei jedem Tor eiskalt den Rücken hinunter. Bei uns stehen alle zusammen, wir sind eine verschworene Gemeinschaft, wo jeder jeden unterstützt. Alleine Alexander Lauber, Benjamin Schweda und Marius Oßwald werden Muskelkater alleine vom ständigen Aufspringen auf der Bank haben. Die haben alle gepusht.“


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