Handball-Zeitung

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HBZ-Jugendförderung-Interview mit Olaf Kühnel

Michael Kleinmann im Handball-Zeitung-Interview mit dem Leiter des Organisationskomitees vom 15. Niddacup 8.-10.1.2016

Das größte international besetzte Jugendhandballturnier in Hessen und größte nichtkommerzielle Sportveranstaltung in Frankfurt entwickelte sich immer weiter für leistungsorientierte Jugendmannschaften aus der Region, dem ganzen Bundesgebiet und auch aus dem benachbarten Ausland. Gespielt wird in fünf Sporthallen und die Finalspiele werden alle in der Niddahalle ausgetragen.

Michael Kleinmann (MK): Hallo Olaf, ihr seid mitten in der Endphase der Vorbereitungen für den Niddacup 2016. Im 15. Jahr hattet ihr euch große Ziele gesetzt und wollt die 100er Grenze der teilnehmenden Mannschaften knacken. Wie geht es euch im OK (Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee), gestern war Anmeldeschluss und wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Olaf Kühnel (OK): Hallo Michael, leider konnten wir bei weitem unser gesetztes Ziel über 100 Mannschaften zu kommen, nicht erfüllen. Ewig lange Verhandlungen im Bereich der Übernachtungsmöglichkeiten während des Turniers mit der Stadt Frankfurt haben uns weit zurückgeworfen. Wir konnten erst im Oktober mit der Anmeldephase beginnen. Daher haben wir zur Zeit 54 Mannschaften aus sechs Bundesländern bei unserem Turnier am Start. Wir freuen uns trotzdem, dass viele Mannschaften trotz aller Schwierigkeiten, das Vertrauen schenken.

MK: Wir haben seit ca. drei Jahren eine sehr intensive Kooperation der HBZ (handballzeitung.de) und dem Niddacup. Ich konnte mich mehrfach von der tollen Stimmung und dem klasse Jugendhandball persönlich überzeugen. Aus den Vorgesprächen weiß ich aber, dass der Niddacup schon wieder kurz vor der Absage war und das dich als Leiter des OK einiges übel aufgestoßen ist. Was ist los und rumort im Hintergrund?

OK: Wir haben den Nidda-Fraportcup seit dem Jahr 2002 stetig ausbauen können, und viele Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus dem benachbarten Ausland bei uns in Frankfurt begrüßen können. Im Jahr 2012 konnten wir erstmals die 100ér Marke der teilnehmenden Mannschaften knacken. Dies bedeutete für uns, das Konzept mit der bisherigen Übernachtungslösung in bis dahin drei Grundschulen in Nied zu überdenken, da dies mittelfristig nicht mehr ausreichen würde. Daher hatten wir bei der Stadt Frankfurt die Anfrage abgesondert in einer größeren Schule mit Anschluss einer Großsporthalle die Übernachtung in Klassenräumen stattfinden zu lassen. Dies hätte eine ausreichende Kapazität geschaffen die Veranstaltung zukunftweisend zu veranstalten. Dies wurde mit viel Widerstand der Schulleitung im Jahr 2013 in der Carl von Weinberg Schule durchgeführt. Damit fingen die Schwierigkeiten an. Die Schulleitung beschwerte sich vehement bei der Stadt Frankfurt, da der Aufwand für die Lehrkräfte der Schule zu hoch wäre die Klassenräume für die Übernachtung der Mannschaften zu ertüchtigen. Zusätzlich soll es ein Fotoprotokoll der zusätzlichen Aufwände dem Schulamt zugesandt worden. Leider haben wir dies bis heute Einsicht erhalten können. Eine Übergabe mit der zuständigen Hausverwaltung der Spie GmbH die für diese Liegenschaft zuständig ist, haben wir erfolgreich bestanden. Dies wurde gar nicht zur Kenntnis genommen. Nun wurde uns gesagt, da die Stadt Frankfurt Schulleitungen nicht weisungsbefugt sind, da diese dem Land Hessen unterstehen, könnten eine Übernachtung in Klassenräumen nicht gewährleistet werden, aber es wurde uns die Zusage gegeben, falls wir Einigkeit mit Schulleitungen erzielen in Klassenräumen übernachten könnten. Nun haben wir für die Auflage 2016 die Zusage von 2 Schulleiterinnen erhalten in Klassenräumen zu übernachten. Nun erhielten wir die Aussage vom Schulamt Frankfurt, dass eine Übernachtung durch versicherungstechnischen Gründen nicht möglich wäre. Da wir aber seit 3 Jahren eine Veranstaltungsversicherung über den Versicherungsträger des LSB Hessen im Portfolio haben, war diese Begründung nicht lange haltbar. Nun wurde uns in einem Gespräch im August mit Sportamt, Sportdezernat und dem Amt für Soziales, dass es ein Beschluss vorliegt der vorsieht keine Übernachtungen in Klassenräumen in Frankfurt ausser in Ausnahmefällen. Dies schlägt uns erheblich vor den Kopf, da diese Veranstaltung seit 14 Jahren nur mit Klassenraumübernachtungen möglich war. Aussnahme bildete hier die Veranstaltung 2015. Hier wurden wir dazu angehalten die Lösung zu probieren die Übernachtung in Großsporthallen durchzuführen. Wir haben über 400 Sportler in zwei Sporthallen unterbringen müssen. Dies war für alle Beteiligten eine völlig unmögliche Situation. Dies haben wir auch für die Veranstaltung 2016 vehemt abgelehnt. Nun wurde uns die Lösung in einer Feldhalle die Übernachtung durchzuführen. Dies bedeutet für uns erheblichen Mehraufwand in der Planungsphase und während der Veranstaltung sowie einen extremen Mehraufwand bei den Kosten. Wir haben hier nur zugestimmt damit, das Turnier nicht stirbt. Der Kostenaufwand hat die Stadt Unterstützung zugesagt.

MK: Ihr habt über Jahre ein tolles Jugendturnier aufgebaut, was auch international schon Beachtung gefunden hat. Ihr habt tolle Unterstützung der Kooperierenden Vereine mit vielen helfenden Händen, auch Grußworte und zugesagte Unterstützung für den Niddacup vom Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt Herrn Peter Feldmann und Sportdezernent Markus Frank und trotzdem immer wieder diese Probleme in der Vorbereitung etc. Möchte die Sportstadt Frankfurt den Niddacup überhaupt?

OK: Wir werden durch das Sportamt im Hallenbereich stark unterstützt. Diese Unterstützung nimmt aber in den anderen Fragen der Übernachtung und anderen Fragen stark ab.
Wir sind durch die Mühlen der vielen Ämter die wir durch unser Turnier bemühen müssen, stark gehemmt. Eine Hilfe kommt nur selten. Eine eine starke Unterstützung, dass größte Jugendturnier in Hessen und die größte Jugendveranstaltung in Frankfurt zu supporten fehlt mir hier. Wir sind in vielen Fragen auf uns gestellt. Ich würde mir hier mehr Hilfe wünschen.

MK: Habt Ihr bei diesen bürokratischen Hürden überhaupt noch Lust, euch so intensiv zu engagieren? Was würde euch denn helfen und unterstützen für die Vorbereitungen vom Niddacup?

OK: Die Lust die Veranstaltung über drei Tage durchzuführen war bisher immer da. Diese Veranstaltung bedeutet ja elf Monate Planung. Dies habe ich und mein Team dass zur Zeit aus zehn Leuten besteht immer gerne gemacht. Nur seit drei Jahren wird diese Freude immer mehr gehemmt. Uns würde schon reichen eine Zusage der Übernachtungsmöglichkeit in Klassenräumen in einer großen Schule die eine Großsporthalle hat. Dies würde die Veranstaltung kompakt gestalten, und für unsere Gäste und Teilnehmer wäre dies eine enorme Hilfe und würde unsere Veranstaltung wieder enorm atraktiv gestalten.

MK: Olaf, vielen Dank für deine ehrlichen Hintergrundinformationen und es bleibt nur zu wünschen, dass sich die Verantwortlichen der Stadt Frankfurt an einen gemeinsamen Tisch setzen um dem Niddacup für die Zukunft den nötigen Rahmen bieten, den er zweifelsfrei bei so viel ehrenamtlichen Engagement verdient hat. Damit könnte ein jährliches Handballhighlight gesetzt werden und absolut pro Jugendhandballsport, im leider stark bröckelnden Handballgroßraum Rhein-Main.


   

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