Handball-Zeitung

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Die Woche der Rheinhessen – Interview mit Rainer Besch der SG TSG/ DJK Mainz-Bretzenheim

Michael Kleinmann im Handball-Zeitung-Interview mit Rainer Besch

Michael Kleinmann (MK): Hallo Herr Besch, Sie sind der Leiter der SG Bretzenheim. Bitte stellen Sie sich kurz vor und Ihren Werdegang/Bezug zum Handballsport und zum Verein.

Rainer Besch (RB): Hallo Herr Kleinmann, vielen Dank. Abteilungsleiter bin ich seit 1984, dann 1. Vorsitzender der TSG Mainz-Bretzenheim und seit der Gründung der Spielgemeinschaft 2007 auch der Leiter der SG TSG/DJK Mainz-Bretzenheim. Unsere ganze Familie ist dem Handballsport sehr eng verbunden, meine Frau trainiert eine Jugendmannschaft und meine beiden Kinder sind auch aktive Handballer und im Verein engagiert.

MK: Was ist das Besondere in Ihrem Verein und welche Zielsetzungen haben Sie?

RB: Das besondere bei uns ist der menschliche Umgang untereinander und der Zusammenhalt vom Vorstand und Trainerteam. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass wir eine verschworene Gemeinschaft sind. Wir versuchen stets im Wohle unserer Aktiven und Jugendspieler zu Handeln. Wichtig sind für uns respektvoller Umgang, gegenseitige Unterstützung und die Förderung eines jeden einzelnen Spielers um nur einige Punkte zu nennen. Aktuell stellt die SG Bretzenheim 20 Mannschaften, die mit steigender Tendenz am Spielbetrieb teilnehmen. Wir sind sehr bemüht dies finanziell und von den Rahmenbedingungen her auch für die Zukunft zu gewährleisten. Eine unserer Stärken ist da der weibliche Jugendbereich, bei dem wir sehr gut aufgestellt sind.
Des Weiteren hat für uns neben dem Training auch ein funktionierendes Vereinsleben eine hohe Priorität. Wir sehen es auch als Erfolg, dass viele unserer Jugendlichen die Spiele der Aktiven besuchen und hier ihre Vorbilder haben. Andersherum helfen unsere Damen und Herren gern bei Jugendaktivitäten aus oder stehen uns bei dem ein oder anderen Event als ehrenamtliche Helfer zur Verfügung.

MK: Welchen Stellenwert hat die Jugendarbeit in ihrem Verein?

RB: Eine sehr wichtige Rolle spielt bei uns die Jugendarbeit, wenn nicht sogar die wichtigste Rolle. Ohne gut funktionierende Jugendarbeit ist es nicht möglich erfolgreich im Aktivenbereich zu arbeiten. Die Jugendarbeit ist der Unterbau und unser Ziel ist es, die verschiedenen Jugenden im männlichen und weiblichen Bereich stetig weiter zu entwickeln und auch gut zu Betreuen! Hierbei spielt es für uns keine Rolle ob es sich um eine Kreisklasse- oder Oberliga-Mannschaft handelt.

MK: Gibt es bei Ihnen ein eigenes Jugendkonzept? Nennen Sie uns bitte ein paar Punkte.

RB: Es gibt kein schriftlich fixiertes Jugendkonzept, aber es gibt ein Selbstverständnis nach dem das Trainerteam arbeitet. Wir haben einen eigenen Weg festgelegt nach dem wir arbeiten und handeln. Natürlich schauen wir auch über den Tellerrand und gehen diesen Weg nicht stur, aber wir haben gelernt daran festzuhalten und nicht immer gleich alles umzuwerfen wenn es vielleicht auch mal nicht läuft. Dass wir mit diesem Weg erfolgreich sind, zeigt sich denke ich in der Entwicklung die wir in den letzten zehn Jahren genommen haben. Unser Ziel ist nicht jedes Jahr Meisterschaften zu sammeln, sondern die einzelnen Spieler/-innen und die Mannschaft weiter zu entwickeln und sie „reifen“ zu lassen. Wie bereits erwähnt, ist für uns auch das „drumherum“ wichtig. Daher versuchen wir neben dem Spielbetrieb auch andere Events für unsere Jugendlichen anzubieten. So veranstalten wir seit 2009 mit den Jugendmannschaften D- bis A-Jugend ein jährliches Trainingslager bei dem natürlich neben dem Spaß und dem Kennenlernen der Jugendlichen verschiedener Altersklassen untereinander wiederum auch das Training im Mittelpunkt steht. Hier versuchen wir intensiv auf die Spieler und Jugendmannschaften einzugehen. Dafür holen wir uns auch gern externe Trainer dazu. So hat uns 2014 hier zum ersten Mal Dago Leukefeld begleitet, der uns auch in diesem Jahr wieder dabei sein wird. Aber nicht nur im Camp profitieren wir von seinem know-how. Er stand uns auch schon zweimal als Referent bei vereinsinternen Trainerschulungen zur Verfügung.
Die Zusammenarbeit mit Dago schätzen wir sehr. Wir teilen eine ähnliche Philosophie sowohl im Handball als auch in der Vereinsarbeit, weshalb wir glaube ich auch sagen können, dass die Arbeit beiderseitig Anerkennung findet.
Ein weiterer Höhepunkte unserer Arbeit ist sicherlich das jährliche Jugendbeachturnier zu erwähnen, welches sich an unserem Aktivenbeachturnier orientiert und sich in diesem Jahr zum 10. mal jährt. Hieran nehmen jährlich insgesamt ca. 70 weibliche und männliche Teams von der E- bis zur A-Jugend teil. Des Weiteren nehmen wir in jedem Jahr mit allen Jugendmannschaften am Pfingstturnier der HSG Mörlen teil, inklusiver großer Zeltstadt. Für unsere Jüngsten bieten wir dann in den Sommerferien auch noch ein Handball-Camp an.

MK: Wie unterstützt Sie der HVR im Verein? Gibt es eine besondere Unterstützung der Jugendarbeit?

RB: Da bekommen wir wenig bis gar keine Unterstützung. Meiner Meinung nach müssten wir dringend einige Reformen und Veränderungen im Verband für die Jugendarbeit einführen und etablieren. Auch im HVR ist die Entwicklung gerade im Jugendbereich stark rückläufig und dieser Tendenz muss zum Wohle aller Beteiligten entgegen gewirkt werden.

MK: Die neue Oberliga der C-Jugend hat einen besonderen sportlichen Reiz für die Spieler und Mannschaften, aber auch eine besondere Herausforderung aufgrund der Entfernungen von teilweise 100KM und mehr. Wie haben Sie das im Verein organisiert? Gibt es da Unterstützung vom HVR?

RB: Diese war lange überfällig und für spielstarke C-Jugendmannschaften ein Muss, um mit passenden Mannschaften eine Runde spielen zu können. Wir versuchen für weite Fahrten Busse einzusetzen, dennoch bleibt die Hauptlast bei den Eltern der Spieler hängen, da die Vereine dies nicht alleine organisieren können. Das ist leider der Preis, der gezahlt werden muss, um hochklassig zu spielen.

MK: Wie sieht die Planung und Zielsetzung der 1. Herrenmannschaft aktuell und für die Zukunft aus?

RB: Wir wollen uns in der Klasse etablieren und festigen und die jungen Spieler integrieren und nach vorne entwickeln.

MK: Die 1. Damenmannschaft spielt an diesem Wochenende in Kleenheim um die Tabellenführung in der 3. Bundesliga West. Wie sehen die Ziele aktuell aus und planen Sie schon für die 2. Liga?

RB: Ja klar wollen wir in die 2. Liga aufsteigen, wenn es am Saisonende so sein sollte. Sollte es am Ende nicht reichen werden wir ebenso engagiert im kommenden Jahr wieder in der 3. Liga angreifen. Der Schritt in die eingleisige Zweite Bundesliga ist natürlich auch gerade finanziell ein großer Schritt. Von daher wäre der Verbleib in der unteren Liga sicher einfacher für uns. Aber wir sind der Meinung, dass eine Mannschaft die den Aufstieg erkämpft ihn auch verdient hat. Wir als Verein wollen und werden wir dieser Leistung dann nicht im Wege stehen und werden versuchen hierzu auch die wirtschaftlichen Weichen zu stellen. Ob man sich hier dann auch längerfristig etablieren kann hängt von vielen Faktoren ab und bliebe abzuwarten.

MK: Was macht für Sie der besondere Reiz der Derbys aus?

RB: Derbys haben immer einen besonderen Reiz, das ist für die Aktiven- wie auch bei den Jugendmannschaften so und in und um Mainz haben wir ja einige davon.


   

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