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HBZ-Jugendförderung-Interview mit Manfred Hofmann, Leiter der TVG Junioren Akademie, Deutscher Meister, DHB-Pokalsieger und Europapokalsieger mit dem TV Großwallstadt, Weltmeister 1978

Michael Kleinmann im Handball-Zeitung.de-Interview mit Manfred Hofmann

„Wir können uns auf unsere Aufgabe, junge, talentierte Jugendliche zu kompletten Sportlern und Menschen auszubilden, konzentrieren. Die Erfolge der letzten Jahre beweisen die hohe Qualität unserer Ausbildung und Spielphilosophie.“

Die TVG Junioren-Akademie arbeitet zwar eng mit dem TV Großwallstadt zusammen, ist aber ein eigenständiger und unabhängiger Verein.

Michael Kleinmann (MK): Hallo Herr Hofmann, für mich ist es sehr beeindruckend, wie intensiv Sie immer noch mitarbeiten bei „Ihrem“ TV Großwallstadt und das Sie sich so stark für die Jugendarbeit engagieren. Bitte verzeihen Sie mir, dass ich Sie als „Urgestein“ des TV Großwallstadt bezeichne! Wo kommt Ihre hohe Motivation für die Aufgaben her und Ihre absolute, treue Verbundenheit zu „Ihrem“ TVG?

Manfred Hofmann (MH): Vom Alter her ist die Bezeichnung korrekt! Zum Verständnis: Meine Mitarbeit bei den TVG Junioren gibt es erst seit 2011. Sie ist einem Zufall geschuldet. Ich sollte nur kurzfristig als Trainer und Betreuer der B-Jugend-Mannschaft mitwirken, da deren Trainer erkrankt war. Sicherlich erinnern Sie sich noch an die Turbulenzen, die das Handball-Leistungszentrum in Großwallstadt bedrohten. Ab diesem Zeitpunkt war meine Mitarbeit bei den TVG Junioren unerlässlich. Mittlerweile haben wir den Verein, die TVG Junioren, in ruhigeres Fahrwasser gebracht. Wir können uns auf unsere Aufgabe, junge, talentierte Jugendliche zu kompletten Sportlern und Menschen auszubilden, konzentrieren. Die Erfolge der letzten Jahre beweisen die hohe Qualität unserer Ausbildung und Spielphilosophie.

MK: Wissen Sie, dass Sie mit Ihren Antworten einige unserer reiferen Leser glücklich machen?! Bitte machen Sie für uns eine kurze Zeitreise der 70er Jahre, in Ihre erfolgreiche Handballzeit als Spieler. Was waren das für Glücksgefühle bei den ganzen Titeln und besonders bei der Weltmeisterschaft 1978?

MH: Am Anfang der Erfolgsgeschichte des TV Großwallstadt und meiner Vita, stand 1974 der Wechsel vom Feld- zum Hallenhandball. Wir haben drei Jahre gebraucht, um mit einer jungen, begeisterten, hungrigen Mannschaft die großen Erfolge des TV Großwallstadt zu erzielen. Das begann mit dem Weltmeistertitel von 1978, der ein riesiges Glücksmoment für die Nationalmannschaft, für den Handball und mich persönlich war. Da der Erfolg überraschend kam, war die Freude riesengroß. Ich brauchte ein paar Stunden um zu realisieren, was geschehen war, dass wir Weltmeister waren. Der Lohn für alle Mühen, Plagen und Entbehrungen. Ein Gänsehautgefühl, das nicht zu beschreiben ist. Im Mai 1978 kam die ersten Deutsche Meisterschaft für den TV Großwallstadt hinzu. Der Titelgewinn löste in der Mannschaft, in der Gemeinde, ja in der ganzen Region eine unglaubliche Begeisterung aus.
Das nächste Highlight kam 1979 mit der Titelverteidigung als Deutscher Meister. Der Europapokaltriumpf krönte die Saison und beförderte den Freudentaumel in ungeahnte Höhen. Getoppt wurde das Ganze im Jahr 1980 durch den Gewinn von der Deutschen Meisterschaft, dem DHB-Pokal, dem erneuten Triumpf im Europapokal und dem europäischen Supercup, der zwischen Cupsieger und Pokalsieger ausgetragen wurde, im Jahr der Olympiade in Moskau eine Sensation. Zum ersten Mal hat eine Handballmannschaft alle vier möglichen Titel in einem Jahr gewonnen. Doch dann kam der Nackenschlag, die Bundesrepublik Deutschland boykottierte die Olympiade in Moskau. Unsere Olympischen Spiele, bei der wir Gold gewinnen wollten.
Gefühlsmäßig ein Absturz vom Himmel bis in die Hölle. Das war auch der Zeitpunkt, zu dem viele Leistungsträger der Nationalmannschaft ihren Abschied nahmen.

MK: Können Sie bitte als Abschluss unseren vielen talentierten Jugendspielern etwas mit auf den Weg geben?

MH: Gegenfrage: Was braucht ein guter Handballspieler, um erfolgreich zu sein?
Talent, Technik, Athletik, Fitness, taktisches Geschick, unbeugsamen Willen um seine Ziele zu erreichen, um selbstkritisches Nachdenken und die Bereitschaft sich im Training immer wieder bis ans Maximum zu gehen. Das ist die eine Seite. Die zweite Seite der Medaille heißt, Schule, Ausbildung und Studium nicht zu vernachlässigen, um für den Fall aller Fälle gewappnet zu sein.

MK: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben für das Interview mit der Handball-Zeitung.de


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