Handball-Zeitung

  Der interaktive Blog rund um den Handball – Kontrovers – Subjektiv – Emotional – von Fans für Fans  

HBZ-Jugendförderung-Interview mit Dennis Krumpholz, Abteilungsleitung und Konstantin Mende, Jugendleiter Handball vom PSV Grün-Weiß Wiesbaden

Michael Kleinmann im Handball-Zeitung.de-Interview mit Dennis Krumpholz und Konstantin Mende

„Als ich vor 10 Jahren beim PSV angefangen habe, wurden wir für unsere noch frische Jugendarbeit und der eher erfolglosen Herrenmannschaft belächelt. Das hat sich in den letzten Jahren aufgrund der jüngsten Ausrichtung und neuen Teams stark verändert.“

Die Ballräuber Wiesbaden: „Handball ist Spiel, Handball ist Spaß, wir geben gas, gas, gas!“
Getreu diesem Motto spielen und trainieren wir!

Michael Kleinmann (MK): Hallo Dennis, du hast 2012 die Abteilungsleitung übernommen. Wie kam es dazu und was hast du bereits davor im Verein gemacht?

Dennis Krumpholz (DK): Richtig, der Wechsel ist wie in jedem Verein demokratisch entschieden worden. Mit klaren und immer noch aktuellen Zielen bin ich damals angetreten, aber meine Geschichte in der PSV-Handballabteilung beginnt bereits vor 12 Jahren. Damals hat mich der leider mittlerweile verstorbene Rolf Freiler gefragt, ob ich eine Jugendarbeit beginnen möchte. Mit 4 Kindern ging es damals los und mittlerweile sind es knapp 200. Aus der damaligen Sicht als Trainer und danach als Jugendleiter war es ein wichtiges Ziel für mich, das begonnene quantitativ weiter aufzubauen und so nachhaltig und zeitgleich qualitativ zu unterstützen. Beispielsweise wurden Anfänger-Workshops für das Ferienprogramm der Stadt Wiesbaden, Schul-Vereins-Kooperationen in Grund- und Realschulen sowie die vereinsübergreifende Konzeption die HandballCampsFürAlle, ins Leben gerufen. Dass dieser Weg der richtige war und immer noch ist, zeigen die steigenden bzw. gleichbleibenden Mitgliederzahlen trotz der natürlichen Mitgliederfluktuation.

MK: Bitte stelle uns doch mal euer spezielles Jugendkonzept vor. Da seit ihr ja bereits 2009 mit dem Vereinsjugendpreis vom Konzept „Kinder stark machen“ ausgezeichnet worden.

DK: Im Jahr 2009 erhielten wird lediglich eine anerkennende Urkunde der erfolgreichen Implementierung des „Kinder stark machen“-Konzeptes der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Dies ist jedoch gleichfalls eines der Kriterien für den Erhalt des DHB-Gütesiegels. Das Konzept will Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit so stark werden lassen, dass sie nein zu Alkohol und Drogen sagen können. Wir verzichten im Jugendbereich absolut auf den Verkauf von Alkohol und das seit 2003!

MK: Ihr seid ja 2012 sogar als erster Handballverein der Region Rhein-Main mit dem Gütesiegel „Ausgezeichnete Jugendarbeit“ des DHB ausgezeichnet worden. Wie kam es denn dazu? Bitte berichte uns mal darüber.

DK: Ja das war die Krönung der Anerkennung unserer Arbeit, welche wir dann im September 2012 mit der Verleihung des Gütesiegels für ausgezeichnete Jugendarbeit des deutschen Handballbunds in Kooperation mit der BZgA erhalten haben. Neben den bereits beschriebenen Beispielen wurde zudem auf außersportliches Engagement (Pizzaverkauf auf Festen, Väter-Kinder-Wochenendfahrten etc.) sowie die Förderung und Qualifikation sozialer Talente im Verein großen Wert gelegt. Selbstverständlich sind wir auch für die Rezertifizierung gut aufgestellt, haben nicht aufgehört besser zu werden. Insbesondere was die Qualifikationen der Trainerinnen und Trainer angeht.

MK: Wie entwickelt sich die Handballabteilung im PSV bei den ganzen Bemühungen und Umstrukturierungen?

DK: Jüngst habe ich erneut in der Abteilungsversammlung das Vertrauen der Mitglieder erhalten, um den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Dieser sieht den weiteren Ausbau des Herrenteams als Zugpferd vor. So wollen wir langfristig und nachhaltig talentierte Spielerinnen und Spieler binden. Dieser Weg war jedoch nicht für alle Mitglieder des erweiterten Führungsteams tragbar, sodass es hier zur Neukonstellation kam. Mittlerweile bestehen wir neben den beiden Vorstandsmitgliedern, dem sportlichen Leiter sowie einem neuen Jugendleiter (Konstantin Mende) nach aus aus drei Beisitzern. Zusammen werden nun die gesteckten Ziele des Jugend- und Aktivenbereichs verfolgt. Es sollen pro Altersgruppe neben der Breitensportorientierung auch ein Leistungsteam angeboten werden. Das bezieht sich auf den männlichen Bereich, wie auch auf den weiblichen. Hier bilden seit letzter Saison unsere Mädels eine weibliche Spielgemeinschaft (WJSG) mit der TG Eltville. In dieser sind Spielerinnen bereits in vier Teams aktiv. Zudem ist insbesondere im Herrenteam erstmalig eine enorme Aufbruchstimmung zu spüren. Ein enormes Maß an Motivation lies die Spieler endlich nach 10 Jahren aus der E-Klasse aufsteigen. Seit Otto Schulz (Ehrenmitglied der PSV-Handballabteiung) der in den 80er Jahren den PSV groß und erfolgreich gemacht hat, gab es eine solche Energie nicht mehr. Teambuilding gepaart mit Eigenmotivation und Vereinsidentifikation hat uns endlich aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Bis dies jedoch alle bemerken, wird erneut einige Zeit vergehen.

MK: Nun zu dir Konstantin – Wie wir eben erfahren haben, bist du ja frisch gebackener Jugendleiter. Welche Dinge sind noch wichtig, welche Ziele hast du?

Konstantin Mende (KM): Als ich vor 10 Jahren beim PSV angefangen habe, wurden wir für unsere noch frische Jugendarbeit und der eher erfolglosen Herrenmannschaft belächelt. Das hat sich in den letzten Jahren aufgrund der jüngsten Ausrichtung und neuen Teams stark verändert. Insbesondere bei den Minis, aber auch bei der E- und D-Jugend sind Erfolge spürbar. Langfristig muss es unser Ziel sein, diesen tollen Unterbau mit Spaß am Sport, Aussicht auf Erfolge und mittels qualifizierten Trainern an den Verein zu binden. Sodass wir durch alle Altersklassen hindurch, in höheren Spielklassen zu hause sind. Nur so können wir unser Herrenteam mit Talenten unterstützen!

MK: Was sind die Stärken der PSV-Handballabteilung, was zeichnet euch deiner Meinung nach aus?

KM: Die Stärken der Handballabteilung sehe vor allem im Engagement der Elternschaft. Selbstverständlich auch bei unseren Trainerinnen und Trainern. Sehr gerne und problemlos werden Aufgaben übernommen um dem Verein zu helfen. Das Umfeld ist sehr familiär. Außerdem haben wir mit unseren vielen Aktivitäten wie den Handballworkshops in Kooperation mit der Stadt Wiesbaden oder dem öffentlichen Balltag, „Marken“ geschaffen um Neueinsteiger für den Sport und somit den Verein zu gewinnen! Viele Institutionen und Schulen kennen bereits unsere Ballräuber-Konzeption. (www.ballräuber.de)

MK: Danke, zurück zu dir Dennis – hast du wünsche an den Verband, Sponsoren oder an die Handball-Zeitung?

DK: Dauerhaftes Sponsorenengagement haben wir bisher nicht, Die Abteilung ist auch so groß geworden! Da sich viele engagierte Familien rund um den Verein stark gemacht haben gelang dies. Wir sind jedoch über unseren Förderkreis in der Lage Spendenquittungen zu erstellen und freuen uns immer über Förderer. Leider schauen viele nur in Richtung Spitzensport obwohl wir die Basis für diesen bilden. Aber auch unethisches Verhalten insbesondere von Spitzensportvereinen machen es uns manchmal nicht leicht. Hier würde ich mir mehr Wertschätzung unserer Basisarbeit wünschen und diese ermutigen eigene Strukturen bereits im E- und F-Jugendbereich aufzubauen, statt an Dritte zu gehen und aggressive Abwerbe zu betreiben. Bezogen auf die Wertschätzung ist dieser Artikel bereits ein Anfang und dafür bedanke ich mich herzlich! Ich wünsche der Handballzeitung weiterhin viel Erfolg sowie allen Leserinnen und Lesern das unser toller Handballsport weiter an Attraktivität, Quali- und Quantität dazu gewinnt. Zudem wünsche ich allen scheuklappendenkenden Vereinsoffiziellen einen breiteren Blick über den Tellerrand sowie den Einzug ethischer Werte, denn nur diese bedeuten echte Nachhaltigkeit!


   

Vielleicht ist ja auch einer dieser Berichte für Dich interessant?

« « | » »

Zum Weiterlesen einfach auf den jeweiligen Titel-Link klicken!

Oder zu den aktuellesten Infos auf Handball-Zeitung.de - Einfach hier klicken

Bisher gibt es noch keine Kommentare ...

Hinweis: Ein neu geschriebener Kommentar muss erst freigegeben werden, damit er öffentlich erscheint.


Impressum - AGB - Sitemap


Powered by WordPress • Basierend auf dem Theme: 'WorldNews 1.0' des 2008 verstorbenen Lothar Baier • Adaptiert und erweitert von Axel Kretschmer