Handball-Zeitung

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HBZ-Jugendförderung-Interview mit Andre Tzschaschel, Pressesprecher und neue Medien der Füchse Berlin

Michael Kleinmann im Handball-Zeitung.de-Interview mit Andre Tzschaschel

„Erfolgreicher Nachwuchs im Handball ist wichtig und eine Säule bei den Füchsen!“

Die Füchse Berlin holen erstmalig in der 123-jährigen Vereinsgeschichte einen Titel, den DHB-Pokal in Köln und gewinnen den Rookie Cup 2014 mit der A-Jugend an Ostern in Berlin.

Historie:
Der Verein wurde am 28. Januar 1891 als MTV Reinickendorf gegründet. Nach mehreren Fusionen und Umbenennungen hieß der Verein ab 1947 Reinickendorfer Füchse BTSV. Seit 2005 tritt der Traditionsklub unter der Bezeichnung „Füchse Berlin“ an.

Was ist der „Rookie Cup“?

Die DKB Handball-Bundesliga veranstaltet im 2-Jahres-Rhythmus den „Rookie Cup“ als Turnier für die besten 16 A-Jugendmannschaften in Deutschland, die einem Bundesligisten (1. und 2. Liga) angehören. Das Turnier findet traditionell am Osterwochenende statt, in diesem Jahr vom 18. bis 20. April. Der „Rookie Cup“ ist Teil der Nachwuchsförderung der DKB Handball-Bundesliga, finanziert aus dem Mitteltopf, der sich aus der Vergabe des Jugendzertifikats ergibt.

Link zur Füchse Jugendbroschüre

Michael Kleinmann (MK): Hallo Herr Tzschaschel, meine herzlichen Glückwünsche zum erfolgreichen Monat April mit dem ersten Titel der Vereinsgeschichte dem DHB-Pokal und zum Gewinn des Rookie Cups der A-Jugend zum dritten Mal in Folge. Welche Position und Aufgaben haben Sie bei den Füchsen Berlin, wie ist ihr persönlicher Werdegang im Handball und wie ist das Gefühl aktuell in der Hauptstadt als Handballer?

Andre Tzschaschel (AT): Hallo Herr Kleinmann, ja vielen Dank für die Glückwünsche. Wir alle haben uns riesig gefreut und im gesamten Team war es ein Wahnsinnsgefühl nach dem Gewinn des ersten Titels der Vereinsgeschichte und eine Bestätigung der erfolgreichen Jugendarbeit seit Jahren.

Den Bereich Pressearbeit und neue Medien mache ich jetzt bereits in der 3. Saison bei den Füchsen Berlin. Das heißt alles was zur klassischen Pressearbeit passt und noch die Webseite und die sozialen Netzwerke, bei denen wir auch vertreten sind. Im Jugendbereich, bis zur B-Jugend war ich selbst aktiv als Handballer und habe mich dann auf die Schiedsrichterei konzentriert. Nach einer Verletzung meines Partners habe ich dann auf Zweitliganiveau damit aufgehört und es ergab sich die Chance bei den Füchsen Berlin.

MK: Beschreiben Sie uns doch bitte mal die ersten Stunden und Tage im Verein, bei den Spielern und im Umfeld nach dem Gewinn der beiden Titel.

AT: Es war ein unglaubliches Gefühl, denn sicher sind im Sport Titel letztlich unter anderem das, wofür man arbeitet. Für alle Beteiligten und das Umfeld ein großes Erlebnis, da wir nicht in der Favoritenrolle waren. Wir hatten die Hoffnung auf den Titel im DHB Final Four und mit viel Engagement und Leidenschaft der Mannschaft haben wir es wirklich geschafft, einfach Wahnsinn.

MK: Bitte beschreiben Sie uns kurz die Eckpunkte vom Jugendkonzept der Füchse Berlin.

AT: Die gute Jugendarbeit spielt bei den Füchsen eine extrem große Rolle und wird maßgeblich durch unseren Geschäftsführer Bob Hanning geprägt. Hier sind in den letzten Jahren sehr professionelle Strukturen für den Jugendbereich aufgebaut worden, wo die Füchse natürlich absolut von profitieren.

MK: „Wir träumen den Traum vom Berufssportler gemeinsam mit unserem Nachwuchs und bieten professionelste Rahmenbedingungen und ein enges Netzwerk von Schule, Verband, Verein und unzähligen Partnern. Dadurch ist stets eine optimale Betreuung auf und um das Handballfeld gewährleistet. Diese Rahmenbedingungen räumen jedem Talent die Chance ein, den Weg zum Profihandballer zu gehen.“ schreiben Sie in der Jugendbroschüre. Geben Sie uns doch bitte ein paar Einblicke, wie das in der Praxis aussieht und was da gemacht wird.

AT: Der Verband in Berlin, der Senat vom Stadtstaat, die Schule und die Füchse ziehen da von Anfang an am gleichen Strang. Alle sind eng miteinander vernetzt und es sind kurze Wege. Die Jugendarbeit und Jugendförderung wird in der Sportstadt Berlin generell sehr groß geschrieben und wir können da teilweise bereits aufgebaute Strukturen für den Handball nutzen und weiterentwickeln. Es ist keine große Industrie und Wirtschaftskraft in Berlin daher ist man seit Jahren im Sportbereich enger zusammen gerückt und verfolgt gleiche Interessen im Jugendbereich zur Unterstützung der Profivereine in verschiedenen Sportarten.

Uns es ist wichtig, die jungen Menschen an die Hand zu nehmen und neben dem Handballsport auch in der Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Da arbeiten wir intensiv an der professionellen Ausbildung zum Handballer, der schulischen- und beruflichen Entwicklung in unserem aufgebauten Netzwerk an Partner und natürlich der Persönlichkeitsbildung. Ziel ist es, jeden jungen Handballer zum Abitur zu begleiten und auch eine berufliche Perspektive neben dem Handball zu ermöglichen. Da machen wir z.B. mit der B-Jugend einen Benimmkurs im Hotel oder schauen uns Berufe in der Praxis an und fahren ein paar Stunden mit der Müllabfuhr mit.

MK: Sie haben auch an der tollen Jugendbroschüre mitgearbeitet. Wie ist es dazu gekommen und wie lange hat der Verein gebraucht bis diese fertig gedruckt auf dem Schreibtisch lag?

AT: Die Inhalte sind ganz klar das Werk von Bob Hanning, der bis heute noch als Trainer selbst in der Halle steht und sieben Tage die Woche auch für den Jugendsport lebt. Ich durfte an dem Projekt mitarbeiten und meine Aufgabe war es die Themen und Inhalte zu Papier zu bringen und das Gesamtwerk zu begleiten. Es hat rund ein halbes Jahr gedauert bis wir die Jugendbroschüre von der Idee bis zum fertigen Produkt umgesetzt hatten.

MK: Können Sie uns bitte berichten über das „Schul-und Leistungszentrum Berlin“, „Nachwuchsförderung Füchse Berlin“; „Eliteschule“; „Olympiastützpunkt Berlin“? Wie hängen diese Konzepte/ Projekte mit der Jugendarbeit der Füchse Berlin zusammen?

AT: Das SLZB als Eliteschule sowie der Olympiastützpunkt sind unsere Partner in der professionellen Ausbildung unserer Talente. Das ist die enge Zusammenarbeit von Verein mit den Jugendtrainern und natürlich dem Cheftrainer Dagur Sigurdsson. Wir nutzen den Olympiastützpunkt und das Sportforum Berlin für Trainingseinheiten der verschiedenen Mannschaften und das ist eine tolle Konzentration der Trainingsstätten mit bester Ausstattung. Mit Füchse Town haben wir uns auch ein Trainingszentrum geschaffen, das die sportliche Heimat des männlichen Leistungshandballs von der D-Jugend bis zu den Profis ist. Der Handball in Berlin hat sich zur Schwerpunktsportart entwickelt.

MK: Können Sie uns bitte erklären wie ihr Konzept aussieht, junge Nachwuchssportler an den Profisport heran zu führen und wie es in der Umsetzung funktioniert?

AT: Alle Trainer arbeiten eng miteinander zusammen und tauschen sich regelmäßig aus. Zudem haben wir mit Dagur Sigurdsson im Profibereich einen Trainer, der weiß, was der eigene Nachwuchs bedeutet. Er hat durch seine Handballerfahrung, sein Fachwissen und die Erfahrungen als Manager in Island ein sehr feines Gespür für die Jugendspieler, Entwicklungen und auch verschiedenen Stufen im Jugendhandball. Da sitzt z.B. auch mal der Cheftrainer in den Trainingseinheiten der Jugendmannschaften auf der Tribüne oder sieht sich Spiele der Jugendmannschaften an. Und wir haben ein enges Konzept gute Jugendspieler aus der A- und B-Jugend auch Einsatzzeiten in der 2. Mannschaft oder bei den Profis zu geben.

MK: Was können Sie uns von dem Jugendzertifikats der Handball-Bundesliga berichten? Und was machen die Füchse Berlin da besonders, dass sie jährlich das Zertifikat verliehen bekommen?

AT: Eine absolut sinnvolle Erfindung für alle Profivereine auch im Jugendbereich engagiert zu sein, was in der Liga unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Nicht alle Vereine investieren in eine aufwendige Jugendarbeit. Wir bekommen das Zertifikat seit der Gründung vor 8 Jahren jährlich verliehen und das ist für uns die Bestätigung unserer Arbeit und zeigt den Stellenwert unserer Jugendarbeit. Wir erfüllen automatisch durch unser Engagement und die Strukturen im Jugendbereich viele Kriterien und haben schon lange einen Hauptamtlichen Verantwortlichen für Nachwuchssport im Verein. Unsere 2. Mannschaft spielt seit Jahren in der 3. Liga Nord. In der Öffentlichkeit wird das auch wahrgenommen, da wir vom Nachwuchs bis hin zu den Profis über die gleichen Kanäle kommunizieren.
„Erfolgreicher Nachwuchs im Handball ist wichtig und eine Säule bei den Füchsen!“

MK: Ein sehr interessantes und besonderes Projekt finde ich das gemeinsame Trainingslager im EuroVille Naumburg bei dem Spieler von der C-Jugend bis zur Bundesligamannschaft mitfahren. Bitte berichten Sie uns von diesem tollen Projekt?

AT: Dieses Projekt ist ein Schwerpunkt unseres Jugendkonzepts bei dem eine Woche alle Spieler von der C-Jugend bis zu den Profis gemeinsam ins EuroVille fahren. Eine tolle Erfahrung für die Jugendspieler mit vielen Synergie- und Lerneffekten. Es wird Wissen in Theorie und Praxis weiter gegeben und es stärkt das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation im und für den Verein Füchse Berlin. Dort werden z.B. auch von Trainern oder Spielern Patenschaften für einzelne Spieler oder bestimmte Positionen übernommen und gemeinsame Trainingseinheiten abgehalten.


   

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