Handball-Zeitung

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HBZ-Jugendförderung-Interview mit Volker Rehm, Kadertrainer Jahrgang 2000

Michael Kleinmann im Handball-Zeitung.de-Interview mit Volker Rehm

„Wir wollen Spielern ermöglichen, sich mit den besten anderen Spielern zu messen und sich dadurch zu entwickeln und über dieses Zusatzangebot eine Leistungssteigerung zu erfahren.“

Michael Kleinmann (MK): Hallo Volker, du bist der verantwortliche Trainer der männlichen Auswahl Jahrgang 2000 des Bezirks Wiesbaden/ Frankfurt. Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor, wer du bist und was du bisher im Handball so gemacht hast.

Volker Rehm (VR): Hallo, ich bin Volker Rehm, Jahrgang 1977 und seit Mitte der 90er-Jahre als Vereins- und Auswahltrainer sowie als Schiedsrichter im HHV (aktuell im A-Kader mit möglichem Aufstieg für die 3. Liga) aktiv. Als Spieler war ich beim TV Gustavsburg und der TG Rüsselsheim aktiv, habe aber sehr früh meine Prioritäten auf das Traineramt und Schiedsrichter gelegt. Meine C-Trainerlizenz habe ich früh erworben und empfehle dies auch allen jungen Trainer, für mich war die Ausbildung sehr hilfreich. Nach einigen Jahren habe ich dann noch zur Vertiefung meine B-Lizenz erworben, was mich ebenfalls noch einmal weitergebracht hat. Meine Trainerstationen waren beim TV Gustavsburg, TG Rüsselsheim (bei beiden Vereinen auch Jugendleiter), dann drei Jahre beim VfL Goldstein in der A-Jugend Regionalliga und -oberliga. Anschließend bin ich zur HSG Hochheim/ Wicker mit der direkten Qualifikation zur B-Jugend-Regionalliga; nach einjähriger Auszeit bin ich zur TSG Bürgel mit zweimaliger Qualifikation zu C-Jugend-Oberliga und dazu immer parallel als Auswahltrainer, auch mit einigen Erfolgen wie z.B. m91 im Bezirk Darmstadt der Sieg beim Hessenpokal.

Wechsel in den Bezirk Wiesbaden mit der Übernahme der Jahrgänge m93, m95 und aktuell m2000, die ich ab der Sichtung betreue und mit diesen Jungs im September 2014 die Hessenpokalrunde spiele. Beruflich arbeite ich bei der Sportjugend Hessen und betreue im Programm „Integration durch Sport“ Vereine und Kommunen, die den Sport als Medium für soziale und integrative Projekte nutzen.

MK: Eine sehr aktive und beachtliche Trainerlaufbahn im Jugendbereich kannst du da vorweisen! Wie hast du intern den großen Bezirk Wiesbaden/ Frankfurt aufgeteilt und wer hilft dir aktiv dabei?

VR: Der m2000 ist der erste gemeinsame Jahrgang im zusammen gelegten Bezirk Wiesbaden/Frankfurt, wobei die Sichtung damals noch in den jeweiligen Bezirken erfolgte. Das Trainerteam besteht aus Tim Bachmann als Stützpunktleiter Ost (ehem. Frankfurt) und E-Kaderverantwortlichen, aus Patrik Spreitzer als Leiter Stützpunkt West (ehem. Wiesbaden) und Hessenauswahltorwarttrainer m2000 und mir als Kaderverantwortlichem.
Aus meiner Sicht ergänzen wir uns als 3er-Team perfekt, Tim hat die Vaterrolle inne (sein Sohn Björn spielt auch bei den 2000ern), Patrik ist mit Anfang 20 Jahren altersmäßig nah an den Jungs und mir kommt die Erfahrung aus den anderen Auswahljahrgängen und die Kontakte im Handball zu Gute. Dazu haben alle drei Trainer eine hohe Handballkompetenz mit Trainerschein und sind selbst als Trainer im höherklassigen Jugendbereich aktiv.

MK: Wie habt ihr im Trainerteam die Strategien für das Jahr festgelegt und welche Zielsetzungen habt ihr evtl. auch im Vergleich mit den anderen Bezirken im HHV?

VR: Mir ist in der Auswahl eine möglichst individuelle Förderung wichtig mit einer Verbesserung im freien Spiel und in der Kleingruppe. Für die Basisarbeit sind die Vereine zuständig und für die taktische Grundausbildung. Wir wollen Spielern ermöglichen, sich mit den besten anderen Spielern zu messen und sich dadurch zu entwickeln und über dieses Zusatzangebot eine Leistungssteigerung zu erfahren. Dazu kommt natürlich ein gewisser permanenter Leistungsanspruch und ein Empfehlen für das nächste Turnier bzw. die Sichtung für die Hessenauswahl. Dies ist mit Sicherheit ein großer Unterschied für die Spieler, im Verein sind manche der „Star“, in der Auswahl ist man dann einer von vielen und muss sich neu beweisen. Wir liefern Spielern ein anderes Feedback als es im Verein möglich ist, wir sehen die Spieler nicht so oft und dadurch fallen uns Entwicklungen anders auf als im permanenten Vereinstraining, wo der Trainer jede Woche mehrmals den Spieler sieht. Wir geben den Spielern für ihr Alter viele Freiheiten und Selbstverantwortung, außerdem ist uns das Auftreten als Team wichtig. Wir wollen Stärken fördern, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen, die Spieler, die dies dann im Verein versuchen weiter umzusetzen, sind auch die, die sich in den 4 Jahren am besten entwickelt haben, vor allem wenn das Vereinsumfeld und die Vereinstrainer entsprechende Umsetzungsmöglichkeiten bieten.

MK: Konntet ihr bereits Erfahrungen mit der Hessenauswahl sammeln?

VR: Insgesamt können wir mit dem, was wir getan haben, nicht ganz falsch gelegen haben. Wir haben fünf Spieler in die Hessenauswahl gebracht, von anfangs 25 Kaderspielern sind 22 immer noch mit Begeisterung dabei und kommen selbst samstagsmorgens um 9 Uhr freiwillig zum Training. Wir geben interessierten Spielern immer noch die Möglichkeit, sich in den Stützpunkten vorzustellen und so sind im letzten Jahr drei bis vier neue Spieler dazugekommen. Dazu haben wir alle 3 im Trainerteam gute Kontakte zum HHV und stehen im regelmäßigen Austausch über Spieler und Entwicklungen.

MK: Was ist dir im Zusammenhang mit dem Kadertraining noch wichtig?

VR: Das soziale Miteinander ist uns sehr wichtig! Wir hatten jedes Jahr einen gemeinsamen Grillabend mit Spielern und Eltern als Austauschplattform, haben zusätzlich gemeinsame Turnierbesuche durchgeführt um Spieler und Eltern an einem ganzen Tag kennenzulernen und führen zum Abschluss eine gemeinsame Handballfreizeit im August 2014 durch. Einerseits als Vorbereitung auf die Hessenpokalendrunde, andererseits aber auch als Abschluss für vier tolle, gemeinsamen Jahre im Kader.

MK: Volker, vielen Dank für die tollen Antworten und die tiefen Einblicke in deine Arbeit als Jugend- und Kadertrainer.


   

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