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HBZ-Jugendförderung-Interview mit Bastian Dobhan, D-Jugendtrainer der TSG Münster

Handball-Zeitung-Interview von Michael Kleinmann mit Bastian Dobhan

„Das wir überhaupt noch zu diesem Endspiel kommen würden, hätte bis zum vierten Punktverlust (10 Tage zuvor) Nordenstadts noch keiner für möglich gehalten!“

Michael Kleinmann (MK): Hallo Bastian, Mensch da ist euch ja letzten Sonntag, im letzten Spiel in Nordenstadt ein „Husarenstück“ gelungen und ihr konntet mit dem Sieg noch Tabellenerster werden und die Nordenstädter vom ersten Platz verdrängen.
Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der BOL-Meisterschaft am letzten Spieltag. Erzähl uns doch mal, was das für ein Gefühl war und wie ihr euch vor dieser schweren Aufgabe vorbereiten, motivieren konntet und was habt ihr besonderes gemacht?

Bastian Dobhan (BD): Hallo Michael, erst einmal Danke für deine Glückwünsche, ich werde sie an meine Jungs weiterleiten, denn immerhin sind sie die Hauptprotagonisten gewesen.
Das wir überhaupt noch zu diesem Endspiel kommen würden, hätte bis zum vierten Punktverlust (10 Tage zuvor) Nordenstadts noch keiner für möglich gehalten. Vor der TSG Eppstein muss man dabei sicher den Hut ziehen, die als einzige Mannschaft zweimal nicht gegen die TuS Nordenstadt verlor, zweimal Remis spielte und das trotz ihrer neutralen Tabellensituation (6.).
Richtig darauf vorbereitet haben wir uns eigentlich nicht, denn wir arbeiten und denken von Spiel zu Spiel und versuchen immer das Beste aus den Jungs rauszuholen. Egal wie der Gegner heißt. Das entscheidende Spiel war eine Woche zuvor gegen die SG Wallau. In der Hinrunde wirkten meine Jungs im letzten Spiel vor der Winterpause sehr müde und verloren dieses letzte Spiel im Dezember. Das sollte uns diesmal nicht passieren. Durch diesen Sieg konnte man sich zumindest schon mal mit dem Endspiel belohnen. Mir war wichtig, dass meine Jungs sich einen würdigen Rahmen für das Ende der Saison erarbeiten.
Im Spiel gegen die TuS Nordenstadt wollten wir einfach unserer Spielweise treu bleiben, denn das hat uns die Saison über erfolgreich gemacht. Wir haben einfach an unserer Linie festgehalten. Die Jungs haben zudem den Willen gezeigt immer zwei Schritte mehr zu machen. Das unser Angriffsspiel nervös verlaufen würde, war mir bewusst und auch verständlich, da die Jungs so eine Begegnung von dieser Bedeutung noch nie erlebt haben. Deswegen hatten wir das Ziel uns über unsere Defensive das Selbstbewusstsein zu holen. Das ist eindrucksvoll gelungen und so taten uns die vergebenen Chancen nicht so weh. Das wir uns bis zur Pause schon auf die 5-Tore Differenz absetzen konnten, war nicht zu erwarten und ist ganz allein der Verdienst meiner Mannschaft.
Motivieren musste ich meine Jungs explizit nicht. Sie sind jedes Spiel heiß und haben deswegen auch kein Spiel in der Rückrunde verloren, bzw. bis auf gegen Holzheim mit mindestens 10 Toren Differenz gewonnen. Ich glaube gerade diese Tatsache hat meine Jungs und alle TSG-Zuschauer an die Mannschaft glauben lassen. Denn warum sollte sich nicht dieser Trend im letzten Spiel fortsetzten.
Bei mir überwiegte nach dem Schlusspfiff der Stolz über jeden einzelnen Spieler und die Gewissheit, das sich harte Arbeit und Kontinuität über mehrere Jahre bezahlt gemacht hat.

MK: Ich konnte leider nur die erste Halbzeit dabei sein und war absolut beeindruckt auf welchem hohen und fairen Niveau beide D-Jugendteams gespielt haben. Wie war das Spiel für euch Trainer und wann hattet ihr das Gefühl, dass es zum Sieg reichen könnte?

BD: Ich bin auch der Meinung, dass sich beide Teams, Trainer und auch Zuschauer, trotz der Bedeutung dieses Spiel, in einem sehr fairen Umfeld begegneten. Dem sollten andere beispielhaft folgen.
Einen Sieg hatte ich meiner Mannschaft schon Mitte der ersten Halbzeit zugetraut. Das es zu einem Sieg mit mindestens 5 Toren Differenz reichen würde, hatte ich bei meiner Auszeit vier Minuten vor Schluss beim Stand von 16:10 erhofft und als die TuS ihre Auszeit 1:15min vor Schluss bei 11:18 nahm, wusste ich „jetzt haben meine Jungs das Ding“. Eine Schlüsselszene war sicherlich der gehaltene 7m plus Nachwurf, vom nur für die 7m eingewechselten Schlussmann Jamie Arnold. Das war phänomenal und hat der TuS die letzte Hoffnung geraubt und die gesamte Mannschaft plus Zuschauer euphorisiert.
Das Spiel war für meinen Co-Trainer Felix Brühl und mich sehr emotional und doch mussten wir jeder Zeit die Ruhe bewahren, denn nervös waren unsere Jungs so wie so schon. Es war wichtig auch in den schwierigen Phasen z.B. direkt nach der Halbzeit, geduldig an unserer Spielweise festzuhalten und der Mannschaft zu signalisieren wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Dies ist uns gelungen.

MK: Wie waren die ersten Minuten nach dem Spiel und wie war es dann in der Kabine, als die Tür zu war? Champagnerduschen gab es ja hoffentlich keine bei der D-Jugend… 😉

BD: Die Freude über diesen Coup kannte natürlich keine Grenzen mehr. Da kamen die Emotionen Überraschung, Freude, Glück und Stolz auf einmal hoch. Die Jungs haben gesungen, gelacht, geklatscht und sind umher gesprungen.

MK: Kannst Du uns bitte einen kurzen Rückblick auf die Saison 2013/2014 geben?

BD: Wir haben uns in der Qualifikationsgruppe souverän durchgesetzt und sicher für die BOL qualifiziert. Wenn ich an die Testspiele in der Vorbereitung denke, da verlief alles noch sehr holprig und die Mannschaft musste sich erst ein wenig finden. Das erste Saisonspiel gegen die HSG Goldstein/Schwanheim konnte mit einem Tor gewonnen werden, allerdings mussten wir eine Woche später den ersten Rückschlag gegen die TuS Holzheim wegstecken. Dann legten wir bis zu den letzten zwei Spielen im Jahr 2013 eine Siegesserie hin. Nach einem spielfreien Wochenende hatten wir dann das Hinspiel gegen die TuS Nordenstadt. Mit 22:26 zogen wir verdientermaßen den Kürzeren. Nach einem erneut spielfreien Wochenende hatten wir in Wallau nicht mehr die nötige Einstellung und mussten mit 24:26 die zweite Niederlage in Folge einstecken. Meine Spieler wirkten vor allem wegen den spielfreien Wochenenden etwas träge und kamen so aus dem Tritt. Doch in der Winterpause berappelten wir uns. Wollten uns von Spiel zu Spiel verbessern und dies gelang eindrucksvoll. Schnell hatten wir den besten Angriff und die beste Abwehr auf dem Papier. Nordenstadt siegte weiterhin und wir hatten auch nicht mehr auf Platz eins geschielt. Ich weiß noch, dass wir uns beim Spiel in Oberursel mit dem zweiten Platz angefreundet hatten. Dann kam die angesprochene, nicht mehr für möglich gehaltene Schwächephase Nordenstadts. Bemerkenswert war, dass sich meine Mannschaft selbst bei Siegen wie beispielsweise dem 29:15 gegen Auringen nicht zufrieden gab. Nochmal eine Schippe in den nachfolgenden Trainingseinheiten und Spielen drauf legte und so diesmal die Spannung bis zum letzten Spieltag hoch gehalten werden konnte. Die Mannschaft hat sich in der Breite über die Saison eine sehr hohe Qualität geschaffen. Jeder Spieler sich individuell und die Mannschaft an sich verbessert. Es war nie nur ein einzelner Spieler für die Erfolge verantwortlich, es war das Kollektiv.
Das Endspiel hatte sich die Mannschaft redlich verdient und nach dem Spiel auch die Meisterschaft.

MK: Habt Ihr einen besonderen Saisonabschluss für die Jungs geplant? Was habt ihr vor?

BD: Den Saisonabschluss gab es direkt nach dem Spiel. Wir haben uns mit beiden D-Jugendmannschaften und Elternschaft vor der heimischen Eichendorfhalle zum Saisonabschluss bei Pizza und kalten Getränken eingefunden. Die Feier war unabhängig vom Spielausgang, aber so hatten wir natürlich auch etwas zu feiern.
Am darauf folgenden Montag starteten wir bereits mit dem Training in den neuen Mannschaften und bereiten uns auf die Qualifikation zur Saison 2014/15 vor. Geehrt werden die Jungs vom Verein nach dem nächsten Heimspiel unserer 1. Männermannschaft gegen den TV Gelnhausen am kommenden Samstag (05.04.).


   

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